Dienstag, 27. September 2016

Deutsche Bank Das Reformhaus

Ein Finanzkonzern als permanente Baustelle - radikaler denn je wird die Spitze des größten deutschen Geldhauses umorganisiert. Die meisten Führungskräfte fügen sich, einer möchte nicht mitspielen.

  Deutsche-Bank-Führungsduo Ackermann und Breuer:  Never stop reorganizing
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Deutsche-Bank-Führungsduo Ackermann und Breuer: Never stop reorganizing

Diesmal steckte kein kluger Kopf dahinter. Von finsteren Machenschaften in der Zentrale der Deutschen Bank wusste die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") ihren Lesern zu berichten.

Der designierte Vorstandssprecher Josef Ackermann (53) wolle sich zum Chief Executive Officer nach angelsächsischem Vorbild aufschwingen, Noch-Oberaufseher Hilmar Kopper (66) und Consultant Roland Berger (64) machten sich angeblich im Kanzleramt für eine entsprechende Gesetzesänderung stark. Anschließend wolle Ackermann "wesentliche Teile der Bank, die noch nicht in London oder New York ansässig sind, dorthin verlagern" ("FAZ").

"Ein bizarres Stück mit extrem viel Unsinn" sei da geschrieben worden, sagt ein Vorstand der Deutschen Bank. Kopper war stinksauer; einen lange geplanten Gesprächstermin bei der Zeitung sagte er ab.

Die für den 31. Januar angesetzte Bilanzpressekonferenz, in der die dritte Reorganisation binnen zwei Jahren verkündet werden sollte, war verdorben. Nun war schon vorher öffentlich: Die Deutsche Bank soll künftig mit einem kleinen Holdingvorstand auskommen.

Die neue Arbeitsteilung: Wie Josef Ackermann die Deutsche Bank steuern will
Der wird zunächst aus sechs Köpfen, nach dem für Mai 2002 geplanten Wechsel von Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer (64) in den Aufsichtsrat aus fünf Mitgliedern bestehen. Das operative Bankgeschäft steuert ein Group Executive Committee.

Das neue Führungskonzept, das der Aufsichtsrat am 30. Januar genehmigen soll, ist intern nahezu unumstritten. Kritik aus dem Vorstand kam lediglich vom obersten Risikomanager Thomas Fischer (54). Der drohte offen mit Rücktritt, angeblich weil die Bank weitere Einheiten aus Frankfurt abziehen wolle.

Vermutlich hatte Fischer eher persönliche Motive. Er kann wohl immer noch nicht verwinden, dass Ackermann ihn im Kampf um die Breuer-Nachfolge ausgestochen hat. Und jetzt muss er auch noch hilflos mit ansehen, dass ihm die Funktion des Chief Operating Officers (COO) weggenommen und dem Vorstandskollegen Hermann-Josef Lamberti (45) zugewiesen wird.

Das war für den selbstbewussten Manager, der sich ohnehin für den geborenen CEO hält, zu viel. Er machte seinem Ärger im Vorstand Luft. Hiervon erfuhr offenbar die "FAZ".

Der Riss im Vorstand ist tief - zu tief, wie viele meinen. Ob Fischer selbst kündigt oder ob er abgelöst wird: Eine Trennung scheint unausweichlich.

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