Sonntag, 25. September 2016

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Enron Chronik einer Rekord-Pleite

Aus der geplanten Fusion mit Dynegy wurde nichts. Stattdessen endete die 16-jährige Geschichte von Enron mit der größten Pleite seit Gründung der Vereinigten Staaten. Ein Überblick über die Ereignisse.

Juli 1985:

Das US-Unternehmen Houston Natural Gas fusioniert mit Internorth, einem Erdgas-Konzern aus Omaha (Nebraska). Es entsteht der Konzern Enron Börsen-Chart zeigen, der zunächst vor allem als Gaspipeline-Betreiber tätig ist.

Absturz: Der 3-Jahres-Chart der Aktie von Enron
1989: Enron steigt in den Handel mit Erdgas ein und wird innerhalb weniger Jahre der größte Gas-Händler in den USA und Großbritannien.

Dezember 2000: Der Konzern teilt mit, dass Jeffrey Skilling, bislang President und Chief Operating Officer (COO), im Februar 2001 das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernehmen wird. Ex-CEO Kenneth Lay soll Chairman bleiben. Die Aktie von Enron erreicht am 28. Dezember eine neues 52-Wochen-Hoch und schließt bei 84,87 Dollar.

August 2001: Nach nur sechs Monaten gibt Jeffrey Skilling wieder auf und reicht seinen Rücktritt ein. Der Konzern holt Kenneth Lay an die Spitze des Vorstands zurück und macht ihn wieder zum CEO.

15. Oktober 2001: Bei einem offiziellen Russland-Besuch führt Lay Gespräche mit US-Wirtschaftsminister Don Evans über ein Enron-Projekt in Indien. Nach offiziellen Angaben werden mögliche Schieflagen von Enron in diesem Gespräch nicht erwähnt.

16. Oktober 2001: Enron veröffentlicht seine Zahlen für das dritte Quartal. Nach Angaben von Finanzvorstand Andrew Fastow liegt der Verlust bei 638 Millionen Dollar. Gleichzeitig ist zu erfahren, dass das Eigenkapital von Enron um 1,2 Milliarden Dollar gesunken ist. Dies soll vor allem auf Beteiligungs-Verträge zurückzuführen sein, für die Fastow verantwortlich zeichnet.

22. Oktober 2001: Enron bestätigt, dass die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) eine Vor-Untersuchung begonnen hat, um mögliche Konflikte aufgrund der Beteiligungs-Verträge zu klären.

24. Oktober 2001: Enron trennt sich von Finanzvorstand Fastow.

28. Oktober 2001: CEO Lay informiert US-Finanzminister Paul O'Neill telefonisch über die finanziellen Probleme seines Konzerns. Nach Angaben der Sprecherin von O'Neill gibt es am 8. November ein weiteres Gespräch. Allerdings habe der Finanzminister keine Hilfsmaßnahmen für den Konzern eingeleitet, da nicht zu befürchten gewesen sei, dass die Enron-Probleme die Finanzmärkte belasten würden.

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