Mittwoch, 24. August 2016

Commerzbank "Wir haben die Wende geschafft"

Ein US-Partner im Investmentbanking ist gefunden. Vorstandsmitglied Mehmet Dalman wittert Gewinn.

Frankfurt/Main - Im Investmentbanking schreibt die Commerzbank Börsen-Chart zeigen nach den Worten von Vorstandsmitglied Mehmet Dalman mittlerweile wieder schwarze Zahlen. "Nach einem Vorsteuerverlust von 180 Millionen Euro im dritten Quartal haben wir im Schlussquartal 2001 die Wende geschafft. Das Investmentbanking wird 2002 zum Gesamtgewinn des Konzerns beitragen", sagte Dalman in einem Reuters-Interview.

Zudem will die Commerzbank schon bald einen Partner aus den USA im Investmentbanking präsentieren. "Wir werden noch im ersten Quartal eine US-Transaktion bekannt geben. Das wird aber kein Zukauf, sondern eher eine Kooperation im Bereich Fusionen und Zukäufe (M&A)", sagte Dalman. Derzeit würden noch Details geklärt, auf die die Bank keinen Einfluss habe.

Hauptquelle der Erträge soll Fixed Income sein

Der 43-Jährige Dalman hat das Investmentbanking der Commerzbank seit 1997 aufgebaut und ist seit November 2001 für diesen Bereich im Vorstand verantwortlich. Im laufenden Jahr sieht Dalman vor allem Chancen bei zinsabhängigen Produkten, dem so genannten Fixed-Income-Bereich, der bereits zur Wende im vierten Quartal beigetragen habe. Für das Gesamtjahr 2002 rechne er im Investmentbanking mit einer Ertrags- und Gewinnsteigerung von 10 bis 15 Prozent. "Die Hauptquelle unserer Erträge wird wohl Fixed Income. Denn bislang ist unklar, ob und wie stark die Aktienmärkte sich erholen werden." Eine von vielen erwartete Erholung der internationalen Aktienmärkte im ersten Quartal könnte sich als verfrüht erweisen, warnte Dalman. "Vielleicht sehen wir ab dem zweiten Quartal wieder stagnierende Aktienkurse."

Zugleich bestehe die Chance, dass im Jahresverlauf wieder einige Unternehmen den Gang an die Börse wagen. "Das IPO-Business wird wieder langsam anspringen, aber dabei werden wir lange nicht das Volumen vom Boom-Jahr 2000 sehen."

Steuerreform als Margenbringer

Die Bank will Dalman zufolge 2002 vor allem Investmentbanking-Produkte für den Mittelstand anbieten und damit die niedrigen Margen im traditionellen Geschäft mit Firmenkunden erhöhen. "Wir müssen unser reines Kreditgeschäft erweitern. Die Kreditfinanzierung kann nicht unser einziges Standbein sein." Im Zuge der Steuerreform hätten viele kleinere Firmen einen hohen Beratungsbedarf. "Die Steuerreform ist eine hervorragende Möglichkeit, unseren Kunden Beratungsleistungen anzubieten." Auf diesem Wege werde die Commerzbank von der Steuerreform profitieren, obwohl sie im Vergleich zu den anderen deutschen Großbanken kein beträchtliches Beteiligungsportfolio habe, das jetzt steuerfrei veräußert werden könnte.

Von Mirko Wollrab, Reuters

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