Sonntag, 25. September 2016

SchmidtBank Retter im Alleingang

Die Auffanggesellschaft greift nach den Aktien im Streubesitz und plant ein Übernahmeangebot.

Hof/Hamburg - Die zur Rettung der Hofer SchmidtBank gegründete Auffanggesellschaft plant nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" eine Aufstockung ihrer Schmidt-Bank-Beteiligung. So sei die Auffanggesellschaft namens "Medusa 75" auch an dem 27-prozentigen Aktien-Anteil interessiert, der sich derzeit noch im Streubesitz befinde. Eine entsprechendes Übernahme-Angebot wolle die Auffanggesellschaft in einigen Tagen den privaten Aktionären unterbreiten, berichtete das Magazin in seiner neuesten Ausgabe. Eine SchmidtBank-Sprecherin wollte dazu am Sonntag keine Stellungnahme abgeben.

Nach dem "Spiegel"-Bericht, der sich auf Banker beruft, stehen zwar die Konditionen der Offerte noch nicht fest. Nach vorläufigen Informationen sollen aber den Aktionären, die ihre Anteilsscheine bei der Emission gezeichnet haben, rund sechs Euro pro Aktien angeboten werden. Wer die Aktie im außerbörslichen Telefonhandel erworben habe, könne mit einem Angebot von 13 Euro rechnen, schreibt das Magazin. Die Offerte solle nur bis zu einer Obergrenze von rund 10.000 Aktien gelten.

Die überschuldete SchmidtBank war im Herbst 2001 in eine Schieflage geraten. Um eine Pleite zu verhindern, hatte eine von verschiedenen Großbanken gegründete Auffanggesellschaft daraufhin den 65-prozentigen Anteil der Familie Schmidt an dem Geldhaus übernommen. Mit der Führung der Bank beauftragte die Auffanggesellschaft den als harten Sanierer bekannten früheren BfG-Bank-Chef Paul Wieandt. Er hatte im Dezember angekündigt, die Finanzmisere des 173 Jahre alten Traditionshauses mit seinen 2300 Mitarbeitern bis zum Frühherbst analysieren zu wollen. Dabei sollten alle Kredite, Immobilien und Beteiligungen auf den Prüfstand gestellt werden.


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