Donnerstag, 28. Juli 2016

Banken Stunde der Sanierer

Das deutsche Finanzgewerbe steckt in einer ernsten Krise. Die Gewinne brechen ein, tausende von Mitarbeitern verlieren ihre Jobs. Schuld ist nicht nur die Konjunktur. Die Geldmanager haben die Symptome des Niedergangs schlicht ignoriert.

Es gibt Krisen, die gänzlich unvorhersehbar über Unternehmen kommen. Von außen, durch Unglücke etwa, durch einen Konjunktureinbruch, durch unberechenbare Kunden. Einfach so, schicksalhaft.

  Gute Miene zu schlechten Zahlen:  Die Vorstandschefs Müller (Commerzbank), Fahrholz (Dresdner Bank) und Breuer (Deutsche Bank) Ende November in Frankfurt
DPA
Gute Miene zu schlechten Zahlen: Die Vorstandschefs Müller (Commerzbank), Fahrholz (Dresdner Bank) und Breuer (Deutsche Bank) Ende November in Frankfurt
Und es gibt das Gegenteil. Krisen, die rechtzeitig zu wittern sind. Die sich erst nur schemenhaft abzeichnen, dann in ihren Konturen immer klarer erkennbar sind. Die den möglichen Opfern viel Zeit lassen, sich rechtzeitig zu wappnen.

Das, was wir hier zu Lande die Bankenkrise nennen, gehört zur zweiten Variante. Seit gut zehn Jahren kriecht sie heran. Immer wieder durch Sonderkonjunkturen wie Wiedervereinigungsboom und Börsen-Hausse kaschiert, war sie für Kenner doch stets absehbar.

Das Wundersame nur: Wenig taten die Verantwortlichen in den Bankzentralen, um das Unheil abzuwenden.

Jetzt lässt sich die Misere auch mit ausgefeilter Rhetorik nicht mehr wegreden. "Die deutsche Kreditwirtschaft befindet sich in einer Strukturkrise, die ernsthafter und fundamentaler ist als bisher angenommen", gab Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer (64) bei seinem Einstand als Präsident des Bankenverbands zu Protokoll. Das klare Wort war überfällig.

Endgültig unübersehbar sind die Probleme der Branche, seit die Börsen-Hausse der Jahre 1999/2000 ausgelaufen ist. Obwohl teilweise durch erhebliche Sondererträge geschönt, sind die Gewinne in diesem Jahr überall eingebrochen. Eine Trendwende ist angesichts der schwachen Konjunktur nicht in Sicht.

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