Donnerstag, 8. Dezember 2016

Deutsche Bank Zu teuer, zu unpräzise

"Was wollen wir wirklich?", fragt sich Vorstandschef Rolf-E. Breuer und stellt die Universalbank-Strategie zur Disposition. Parallel plant die Deutsche Bank einen massiven Stellenabbau in der Vermögensverwaltung.

Frankfurt - Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen erwägt nach Angaben ihres Vorstandssprechers Rolf-E. Breuer den Verkauf von weniger profitablen Geschäftseinheiten und eine Änderung ihrer Strategie, ein möglichst breites Spektrum an Bankdienstleistungen anzubieten. "Vielleicht muss unser Portfolio noch einmal aufpoliert werden", sagte Breuer in einem Interview des Fernsehsenders CNBC am Dienstag.

"Wir haben Aktivitäten, die nicht ausreichend profitabel sind, und vielleicht ist es an der Zeit, diese zu verkaufen, wenn sie nicht in einer vernünftigen Zeitspanne zu verbessern sind", sagte Breuer weiter. Angesichts des nachlassenden Wirtschaftswachstums müsse die Bank auch künftig daran arbeiten, ihre hohen Kosten zu senken.

"Wir produzieren kostenintensiv, und in den jetzigen Zeiten ist das eine Schwäche, weil man effizient sein muss und schnell sein muss. All das gehört nicht zu den Eigenschaften der gegenwärtigen Deutschen Bank", sagte Breuer in dem in Frankfurt aufgezeichneten Interview weiter.

Die Bank werde möglicherweise ihre Universalbank-Strategie, die sowohl Investment-Banking, Corporate-Banking als auch das Privatkundengeschäft umfasse, präzisieren müssen.

"Eine dritte Schwäche könnte sein, dass wir nicht präzise genug sind, wenn es darum geht, was wir wirklich wollen. Welche Art von Bank wollen wir sein? Eine Universalbank ist die Antwort, aber das könnte etwas präzisiert werden, damit es die Leute verstehen. Ich glaube nicht, dass wir einen dramatischen Wechsel brauchen und alles ändern müssen", sagte Breuer weiter.

Jeder fünfte Vermögensverwalter soll gehen

Unterdessen meldet das "Wall Street Journal Europe", dass die Deutsche Bank im nächsten Jahr nach der Übernahme von Scudder Investments 1500 Stellen im Bereich Vermögensverwaltung (Asset-Management) streichen will.

Geplant sei die Streichung von etwa 20 Prozent der 8000 Arbeitsplätze in der dann um die Fondsgesellschaft DWS und Scudder gruppierten Sparte, schreibt die Zeitung in ihrer Mittwochsausgabe. Sie beruft sich dabei auf den Global Chief Investment Officer von Deutsche Asset Management, Dean Barr. Betroffen seien auch 400 Portfolio-Manager, Analysten und Händler.

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