Dienstag, 30. August 2016

Dresdner Bank Zu viel Speck

Der Verkauf von Allianz-Versicherungen in den Dresdner-Bank-Filialen entwickelt sich "sehr erfreulich", sagt Bankchef Bernd Fahrholz. Belastend dagegen: ein nicht rund laufendes IT-System und die immer noch zu zentralistische Führungsstruktur.

Will "Kosten in den Griff bekommen": Dresdner Bank Vorstand Bernd Fahrholz.
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Will "Kosten in den Griff bekommen": Dresdner Bank Vorstand Bernd Fahrholz.

Frankfurt - Im ersten Interview nach der Aufsichtsratssitzung der Dresdner Bank äußert sich der Vorstandsvorsitzende Bernd Fahrholz optimistisch zum künftigen Geschäft. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) sagte Fahrholz, die Zahlen zum Vertrieb von Allianz-Versicherungsprodukten über die Dresdner Bank seien "sehr erfreulich". Es zeichne sich ab, dass das Allfinanzkonzept "bei aller Vorsicht, die angesichts des Beobachtungszeitraums angebracht ist", ein Erfolg werde.

Die Zentrale soll schrumpfen

Doch noch ist bei dem Geldinstitut augenscheinlich nicht alles im grünen Bereich. Weiteren Änderungsbedarf sieht Fahrholz laut "FAZ" in der übertrieben zentralistisch organisierten Struktur.

"Wir haben in der Zentrale zu viel Speck angesetzt", sagte Fahrholz. Und mit Blick auf das bereits im Mai 2000 noch ohne Allianz gestartete Umbau-Projekt: "Durch die Zusammenführung von Stabsabteilungen mit der Allianz können wir auch mit Blick auf die Zentrale zusätzlich noch einmal einen Schritt weitergehen."

IT-Systeme vom Lieblings- zum Sorgenkind

Auf dem Prüfstand stehen bei der Dresdner Bank auch die IT-Systeme. Für die Informationstechnologie, deren Runderneuerung in den vergangenen Jahren hohe Summen verschlang, dürften jetzt Optimierungsprozesse beginnen. Diese sollten allerdings nicht zu viel kosten. Fahrholz in der "FAZ": "Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Unsere IT produziert schlicht und ergreifend zu teuer, wie uns Vergleiche mit führenden Wettbewerbern gezeigt haben."

"Uns wird Vieles abverlangt"

In einer internen Mail an alle Mitarbeiter der Dresdner Bank, die mm.de im Original vorliegt, hatte Fahrholz am Dienstagabend mit fast identischem Wortlaut seinen Bankern reichlich Lesestoff präsentiert und um Unterstützung für den Umbau gebeten. Er selbst werde ab Januar in die Regionen und an die für die Dresdner Bank wichtigen ausländischen Finanzplätze reisen, um Rede und Antwort zu stehen. Entwarnung gab Fahrholz aber noch nicht: "Angesichts der Strukturveränderungen im Bankgewerbe und der besonderen Lage unserer Bank liegt eine Zeit vor uns, die uns allen Vieles abverlangt."

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