Montag, 26. September 2016

Deutsche Bank Fusionsgerüchte flammen wieder auf

Neues Spiel mit Kronprinz Ackermann. Lloyds TSB ist einer Fusion nicht abgeneigt.

London - Die Lloyds TSB Group könnte nach einem Bericht des britischen "Independent" die gescheiterten Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank AG wieder aufnehmen. Der Abschied des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Rolf Breuer könnte CEO Peter Ellwood die Gelegenheit geben, eine erneute Annäherung zu versuchen, heißt es unter Verweis auf Londoner Finanzkreise.

Streit um Unternehmenssitz

Eine Fusion der beiden Institute sei unter anderem am Bestehen Breuers auf Frankfurt als Sitz des Institutes und seinen Vorstellung von der Struktur des Managements des fusionierten Institutes gescheitert.

Nachdem feststehe, dass Breuer die Führung der Deutschen Bank im Mai 2002 an Josef Ackermann abgeben werde, steigen wieder die Chancen für London, heißt es. Ackerman sei Schweizer und habe einige Jahre in New York und London gearbeitet. Ein Sprecher von Lloyds TSB habe zwar Gespräche früher im Jahr bestätigt, aktuelle Absichten jedoch dementiert, schreibt der "Independent".

Londoner Analysten verwiesen jedoch auf die geringen Überlappungen der Geschäftsbereiche beider Institute und meinten, Ackermann könnte zunächst als stellvertretender CEO von Lloyds fungieren und nach dem Ausscheiden Ellwoods 2003 dessen Posten übernehmen. Nach der aus wettbewerbsrechtlichen Gründen untersagten Übernahme von Abbey National plc, London, habe Ellwood auch Gespräche mit Bank One und Wells Fargo & Co, San Francisco, geführt, schreibt der "Independent". Gerüchten über ein Gebot für Standard Chartered plc, London, waren in der vergangenen Woche beide Institute entgegen getreten.

"Beim besten Willen nicht vorstellbar"

Analysten haben den aufgeflammten Gerüchten um eine Wiederaufnahme der gescheiterten Fusionsgesprächen keine größere Bedeutung beigemessen. "Bislang habe ich das nicht ernst genommen", sagte Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler. Höchstens von der Privatkunden-Seite würde die Verbindung "halbwegs ins Bild passen", fügte er hinzu. Zudem verfügten beide Institute über so "starke Namen", dass eine Einigung über eine gemeinsame Unternehmensführung "beim besten Willen nicht vorstellbar" sei.

Die Deutsche Bank will sich zu dem Gerücht indes nicht äußern. "Ich kann Ihnen nur sagen, was ich allen gesagt habe. Wir geben dazu keinen Kommentar", sagte ein Unternehmenssprecher am Montag.

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