Sonntag, 25. September 2016

Banken "Operation am offenen Herzen"

Die Großfusion auf Raten stockt. Bei der gemeinsamen Abwicklungsbank gibt es Probleme.

Frankfurt – Die Gespräche der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, der Commerzbank Börsen-Chart zeigen und der Dresdner Bank über eine Fusion des Transaktionsgeschäftes sind laut eines Berichts der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, Dienstagsausgabe) in eine Sackgasse geraten. Laut FAZ sei die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Letter of Intent), die für den 29. Oktober vorgesehen war, vorerst geplatzt.

Grund für die Verhandlungskrise seien Streitigkeiten über die Wahl der technischen Plattform einer gemeinsamen Wertpapierabwicklung. So dränge die Deutsche Bank darauf, dass ihre Tochter European Transaction Bank (ETB) in Zukunft die Wertpapierorders der Konkurrenten abwickeln solle. Allerdings hätte auch die Dresdner Bank gerade viel Geld in ihr neues Abwicklungssystem "Geos" gesteckt.

Laut FAZ versucht jede Bank das eigene System zum Standard zu erheben, um nicht Gefahr zu laufen bei der Umstellung auf eine fremde Technik Fehler bei der Wertpapierabrechnung zu machen. Die Migration der Daten komme der "Operation am offenen Herzen" gleich. Als warnendes Beispiel gilt - so die FAZ - das Bankhaus Sal. Oppenheim, das schon Kunde der ETB ist.

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