Freitag, 14. Dezember 2018

Unilever Weg mit den überflüssigen Pfunden

Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern will schlanker werden. Statt 1600 Marken sollen zukünftig nur noch 400 Kernmarken aus dem Hause Unilever kommen. Es liegt auf der Hand, dass bei einer solchen Radikalkur auch Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben.

Hamburg - "Path to Growth" heißt die Strategie, die sich der britisch-niederländische Konzern Anfang 2000 auferlegte, um sein Markenportfolio auf wenige und dafür starke Marken zu konzentrieren. 25.000 Stellen sollten auf dem Weg zum Wachstum abgebaut werden. Inzwischen hat sich Zahl der Marken auf 970 reduziert, die Zahl der Mitarbeiter ist um 13.500 gesunken.

In der Bilanz des Herstellers von Produkten wie Slimfast, Langnese, Iglo, Dove, Axe oder Lipton wirkt sich die Fokussierung positiv aus. Wie Unilever im August bekannt gab, hat der Konzern im zweiten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von 1,6 Milliarden Mark erwirtschaftet. Das waren nach Unternehmensangaben acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz des Konzerns sei um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und betrug 13,69 Milliarden Euro.

Bei den Einsparungen durch Restrukturierungen, globalen Einkauf sowie die Bestfoods-Integration liege Unilever voll im Plan, gab die Doppelspitze - bestehend aus Niall FitzGerald und Antony Burgmans - bekannt. Allerdings habe die Integration von Bestfoods den Konzern-Gewinn im zweiten Quartal um 0,9 Prozent verringert. Unilever hatte Bestfoods im vergangenen Jahr für 20,3 Milliarden Dollar gekauft.

Für das Gesamtjahr erwartet Unilever weiter einen Zuwachs des Gewinns je Aktie "in niedriger zweistelliger Prozenthöhe". Weltweit habe sich zwar das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Die Konzentration auf führende Marken und die eingeleiteten Schritte zur Umstrukturierung ermöglichten es aber, leichter mit den Schwierigkeiten fertig zu werden.

Damit die Wachstumszahlen auch weiterhin stimmen, wird sich dennoch mancher Unilever-Beschäftigte nach einem neuen Arbeitgeber umsehen müssen.

kay

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