Sonntag, 25. September 2016

Deutsche Bank Wer bietet mehr?

Der deutsche Branchenprimus kommt nicht zur Ruhe. Neue Horrorzahlen machen die Runde. Angeblich sollen jetzt 15.000 statt 7100 Stellen gestrichen werden. Die Kritik an Vorstandschef Rolf-E. Breuer wird lauter.

Berlin - Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen wird nach einem Pressebericht weit mehr Stellen als die bisher angekündigten 7100 Arbeitsplätze abbauen. Das Management der Frankfurter erwäge die Streichung von 15.000 Stellen bis 2003, schreibt die Tageszeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise.

"Es gibt bisher keinen Beschluss auf Vorstandsebene, aber es gibt Planungen", zitiert die Zeitung einen leitenden Konzernmanager. Ein Sprecher der Deutschen Bank kommentierte die Informationen der "Welt": "Die Pläne, die vorliegen, haben wir bekannt gegeben. Danach werden in den Geschäftsjahren 2001 bis 2003 insgesamt 7100 Stellen gestrichen."

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi reagierte irritiert auf die angeblichen Pläne. "Diese Zahl kann und will ich nicht glauben, denn die Aufsichtsratssitzung ist gerade mal einen Tag her", sagte Verdi-Vertreter und Deutsche-Bank Aufsichtsrat Gerald Herrmann der "Welt".

Zunehmend wächst auch die Kritik an Deutsche-Bank-Chef Rolf-E. Breuer. In Branchenkreisen wird der verschleppte Wechsel an der Konzernspitze für die Kommunikationspannen der vergangenen Monate verantwortlich gemacht. Zuletzt sorgte Aufsichtratschef Hilmar Kopper mit seinem Rüffel Richtung Breuer für Unmut in den Zwillingstürmen.

Probleme auch an anderen Fronten

Missmanagement im Immobilienbereich hat laut der "Welt" unterdessen bei der Konzern-Tochter Deutscher Herold in den Jahren 1990 bis 1993 dreistellige Millionenlöcher hinterlassen. Die Versicherung soll Objekte zu teuer eingekauft und andere zu billig verkauft haben. Der Deutsche Herold dementiert die Vorwürfe. Eine Konzernrevision bestätige diese aber laut des Berichts.

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