Montag, 20. November 2017

Commerzbank "Schwierige Rahmenbedingungen"

Die Commerzbank hat ein umfangreiches Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm vorgelegt. 3400 Stellen sollen wegfallen.

Frankfurt am Main - Das erklärte das Kreditinstitut am Montag in einer Pflichtmitteilung. Hinzu kommen 1700 offene Planstellen, die infolge eines Einstellungsstopps nicht mehr besetzt werden. In den Monaten Juli und August hat die Commerzbank ein negatives Ergebnis von rund 120 Millionen Euro erwirtschaftet.

Da aufgrund der "schwierigen Rahmenbedingungen" auch für den September keine optimistischere Prognose möglich sei, gehe der Vorstand ebenfalls von einem negativen Ergebnis aus, hieß es. Zur Verbesserung der Ergebnisstruktur habe der Vorstand dem Aufsichtsrat ein "umfassendes" Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm für das Jahr 2002 vorgelegt.

Der Abbau der Beschäftigtenzahl soll sozialverträglich umgesetzt werden, hieß es. Durch die Maßnahmen soll zudem der Verwaltungsaufwand im Jahr 2002 auf den Stand von 2000 zurückgeführt werden. Den Angaben zufolge hatte dieser in 2000 rund 5,5 Milliarden Euro betragen.

Die Maßnahmen bringen auch Veränderungen auf der Vorstandsebene mit sich. Wie erwartet scheiden Heinz Hockmann (Vermögensverwaltung) im "gegenseitigen Verständnis" und Norbert Käsbeck (Privatkundengeschäft) aus "gesundheitlichen Gründen" aus. Neu in den Vorstand berufen wurden Martin Blessing und Mehmet Dalman.

Gewerkschaft kritisiert Personalpolitik

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Pläne der Commerzbank kritisiert. Personalabbau sei der falsche Weg angesichts weiter wachsender Finanzdienstleistungsmärkte, hieß es in einer Erklärung an den Aufsichtsrat der Bank. Der Gewinneinbruch dürfe nicht in erster Linie auf Kosten der Beschäftigten ausgeglichen werden.

Die Gewerkschaft und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat kritisieren die Kostensenkungspläne, die nur kurzfristig griffen. Stellenstreichungen könnten sich mittelfristig als kostenträchtige Maßnahme erweisen, wenn bei einer Belebung der Bankgeschäfte die qualifizierten Mitarbeiter fehlten.

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