Samstag, 25. Februar 2017

Flowtex Kleingeist und Größenwahn

Die Flowtex-Affäre gilt als größter Wirtschaftskrimi der bundesdeutschen Geschichte. Eine Chronologie der Ereignisse.

26. Januar 2000:

Bei einer Betriebsprüfung stellt sich heraus, dass die 1992 in Konkurs gegangene spanische Firma La Maquinista de Levante (Male) angeblich in den Jahren 1994 bis 1997 noch 1553 Bohrsysteme an Flowtex geliefert hat.

Manfred Schmider
DPA
Manfred Schmider
Die Firma soll zumindest teilweise dem deutsch-syrischen Geschäftsmann Mohammed Yassin Dogmoch gehört haben. Der Verdacht von Scheinrechnungen drängt sich auf. Dogmoch ist von Beginn an im Visier der Ermittler.

4. Februar 2000: Die Flowtex-Bosse Manfred Schmider und Klaus Kleiser werden in Untersuchungshaft genommen. Sie legen Geständnisse ab. In den kommenden Monaten sichten die Ermittler mehr als 7000 Aktenordner.

24. Februar 2000: Auch die KSK-Geschäftsführerin Angelika Neumann wandert hinter Gitter.

April 2000: Drei Steuerfahnder aus Karlsruhe werden von dem Fall abgezogen. Sie sollen bereits seit Jahren von dem Betrug gewusst haben.

23. Juni 2000: Die zu den Flowtex-Geschädigten zählende Dresdner Bank lässt per Gerichtsbeschluss 60,8 Millionen Mark Vermögen Dogmochs einfrieren.

Matthias Schmider
DPA
Matthias Schmider
2. August 2000: Der vierte Angeklagte Karl Schmitz wird in Untersuchungshaft genommen.

Februar 2001: Die Gläubiger setzen 100.000 Mark Belohnung für die Ergreifung des Schmider-Bruders Matthias aus.

18. März 2001: Die Polizei meldet die Festnahme von Matthias Schmider. Er wurde am Flughafen in Amsterdam verhaftet.

10. April 2001: Das Stuttgarter Justizministerium weist Dogmochs Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Mannheimer Staatsanwaltschaft zurück. Immer wieder werden Vorwürfe wegen angeblich schlampiger Arbeit der Staatsanwaltschaften Karlsruhe und Mannheim laut. SPD und Grüne im Stuttgarter Landtag äußern wiederholt Kritik.

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