Donnerstag, 29. September 2016

Deutsche Bank Hat das Geschacher ein Ende?

Konzernchef Rolf-E. Breuer wird vermutlich am Montag die Übernahme von Scudder bekannt geben.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen wird am Montag Finanzkreisen zufolge den US-Vermögensverwalter Scudder von dem schweizerischen Finanzkonzern Zurich Financial Services übernehmen. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr am Wochenende aus den Kreisen zunächst aber keine Details zu dem lang erwarteten Geschäftsabschluss, der die Deutsche Bank zu einem der weltweit größten Fondsmanager machen und die Zurich Financial des schwächelnden Vermögensverwalters entledigen würde.

Sprecher der Deutschen Bank, der größten deutschen Bank, und von Zurich Financial, Europas drittgrößtem Versicherer, wollten zu den Äußerungen aus den Kreisen nicht Stellung nehmen. Der Abschluss des Geschäfts, das Analysten auf 2,5 bis drei Milliarden Dollar (5,4 bis 6,4 Milliarden Mark) schätzen, war nach den Anschlägen der vergangenen Woche in New York um mehrere Tage verschoben worden. Am Markt wird erwartet, dass die Deutsche Bank ihre Versicherungstochter Deutscher Herold und ihre Investment-Beratungstochter Bonnfinanz für Scudder eintauscht und ferner eine Milliarde Dollar bar zahlt. Scudder verwaltet Fonds mit einem Volumen von rund 350 Milliarden Dollar.

Integrierter Allfinanzkonzern entsteht

Mit dem seit längerem erwarteten Schritt würde die Deutsche Bank sich nicht zu einem integrierten Allfinanzkonzern mit Versicherungsgeschäft entwickeln, wie es etwa die Allianz mit der Übernahme der Dresdner Bank anstrebt. Es wird aber erwartet, dass der Vertrag von Deutsche Bank und Zurich Financial eine gegenseitige Vertriebsvereinbarung enthält. Zurich Financial könnte dann Versicherungsprodukte in den Filialen der Deutschen Bank 24 anbieten, während der Bankkonzern damit neben seinen Finanzangeboten auch diesen Bereich abdecken könnte.

Eine Sprecherin von Zurich Financial wollte die Angaben nicht bestätigen. "Wir haben gesagt, dass wir in fortgeschrittenen Gesprächen sind und dass sie planmäßig verlaufen würden", sagte sie. "Wenn wir etwas zu sagen haben, dann werden wir das veröffentlichen." Der Aktienkurs der Finanzgruppe war nach den Anschlägen in den USA unter Druck geraten. Zurich Financial schätzt den eigenen Nettoschaden aus den Ereignissen auf unter 400 Millionen Dollar vor Steuern.

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