Sonntag, 4. Dezember 2016

Konjunktur Terror kostet 100.000 deutsche Arbeitsplätze

Die Flucht aus dem Aktienmarkt und das abnehmende Konsumentenvertrauen reißen die Wirtschaft in die Krise. Experten erwarten Massenentlassungen und warnen vor einer Rezession.

Hamburg - Der Konjunkturexperte am Institut für Wirtschaftsforschung in Halle, Udo Ludwig, befürchtet nach den Terroranschlägen in den USA negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Ludwig sagte der "Bild am Sonntag": "Die Anschläge in den USA werden uns 100000 Jobs kosten."

Besonders werde es Banken und Versicherungen treffen. "Dieser enorme Druck, der jetzt auf den Unternehmen lastet, bleibt nicht ohne Folgen", sagte Ludwig. Im Banken- und Versicherungsgewerbe würden tausende Arbeitsplätze wegfallen. "Sie leiden unter der Flucht der Anleger aus dem Aktienmarkt und den milliardenschweren Schadenszahlungen, die nach den Anschlägen fällig werden", sagte Gustav Horn vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Zeitung.

Auch für die deutschen Export-Unternehmen brechen nach Ludwigs Einschätzung jetzt härtere Zeiten an. "Der Konsum in den USA ist schon vor dem Anschlag deutlich gesunken. Nach den Terrorakten sind die Käufer noch zurückhaltender geworden", sagte Ludwig. Das treffe besonders die deutsche Automobilindustrie, vor allem den deutsch-amerikanischen Konzern DaimlerChrysler Börsen-Chart zeigen sowie Volkswagen Börsen-Chart zeigen und Porsche Börsen-Chart zeigen. Er rechne mit dem Schlimmsten: "Wir dürfen die Augen nicht vor der Wahrheit verschließen. Wir stehen nicht vor einer kleinen wirtschaftlichen Flaute. Vor uns liegt die Rezession."

Negative Auswirkungen des Anschlags auf das Verbraucherverhalten befürchtet auch Rolf Bürkel von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg. Er sagte dem Blatt: "Viele Menschen in Amerika und Europa haben große Angst und halten sich nach den Anschlägen bei Käufen zurück. Damit belasten sie die Unternehmen, die dann tatsächlich Stellen abbauen müssen. In diesen Teufelskreis könnten wir jetzt hinein geraten."

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