Freitag, 26. August 2016

Dresdner Bank "Wir müssen uns in der Pflicht sehen"

Vom Heilsbringer zum Hiobsboten: Mittlerweile dürften sich die Mitarbeiter der Dresdner Bank an die Durchhalteparolen ihres Chefs gewöhnt haben. Hier lesen Sie die neueste Auflage im Originaltext.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

dem Aufsichtsrat habe ich auf der heutigen Sitzung unsere Pläne für eine nachhaltige Senkung des Verwaltungsaufwandes um 15 Prozent bis Ende 2003 vorgestellt. Dieses anspruchsvolle Ziel entspricht einer Kostensenkung von jährlich 1,3 Milliarden Euro. Wir sind entschlossen, den Trend des stetigen Kostenanstiegs seit Mitte der 90iger Jahre umzukehren.

Diese kräftige Kosteneinsparung beruht insbesondere auf dem Abbau von 5.500 Stellen.

Damit erweitert die Dresdner Bank das Kostensenkungsprogramm, mit dem auf der Hauptversammlung 2000 ein Abbau von 5.000 Stellen bis Ende 2003 angekündigt worden ist. Davon sind bis heute planmäßig 2.300 Stellen kostenwirksam reduziert worden; die verbleibenden 2.700 Stellen werden wie beabsichtigt abgebaut.

Ende Juli dieses Jahres haben wir Sie darüber informiert, dass im Investment Banking 1.500 Stellen gekürzt werden. Weitere 1.300 Stellen in den anderen Teilen des Konzerns werden ebenfalls bis Ende 2003 abgebaut. Mit diesen Maßnahmen geht eine deutliche Reduzierung des Sachaufwands einher.

Der Tradition der Dresdner Bank folgend, wird der Stellenabbau sozialverträglich erfolgen. Die notwendigen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen haben wir aufgenommen.

Ebenso wie den Aufsichtsrat möchte ich nun auch Sie darüber informieren, dass wir unserem Unternehmensbereich Private Kunden einen neuen Zuschnitt geben. Er umfasst künftig neben PKI und PBI – vom bisherigen Firmenkundengeschäft hinzu kommend – die Firmenkunden mit einem Umsatz von bis zu 15 Millionen DM p. a. und die Gewerbetreibenden. Aus diesem Grund wird der Unternehmensbereich in Private Kunden und Geschäftskunden umbenannt.

Wenn wir die Ertragskraft der Dresdner Bank stärken wollen, müssen wir uns in der Pflicht sehen, die Kosten konsequent und nachhaltig zu senken. Nur so kann die Zukunftsfähigkeit der Dresdner Bank und der Arbeitsplätze gestärkt werden. Vor dem Hintergrund der schwierigen Branchensituation und der unsicheren welt- und wirtschaftspolitischen Lage, sind wir alle aufgerufen, für unsere Dresdner Bank entschlossen zu handeln. Und dabei baue ich auf Ihre Unterstützung.

Ihr Bernd Fahrholz

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH