Freitag, 26. August 2016

Dresdner Bank Der Zerfall geht weiter

Nach der Übernahme durch die Allianz kommt die Frankfurter Großbank nicht zur Ruhe. Weitere 1300 Stellen werden gestrichen.

Frankfurt/Main - Die Dresdner Bank will noch mehr Stellen abbauen als bisher geplant. Deutschlands drittgrößte Bank teilte am Dienstag mit, 1300 weitere Arbeitsplätze sollten gestrichen werden. Der Personalstand des Unternehmens wird sich damit bis Ende 2003 um insgesamt 7800 verringern.

Mit dem Schritt erweitert die Dresdner Bank das Kostensenkungsprogramm, mit dem auf der Hauptversammlung 2000 ein Abbau von 5000 Jobs bis 2003 angekündigt worden war. Davon seien bislang 2.300 "kostenwirksam reduziert" worden, die verbliebenen 2.700 würden wie beabsichtigt abgebaut, so die Dresdner Bank. Hinzu kommt noch die Ende Juli bekannt gegebene Streichung von 1500 Stellen im Investmentbanking. Beobachtern zufolge kann hier der Zeitplan indes enger gesteckt sein als bei den übrigen Streichungen im Konzern.

Vorstandssprecher Bernd Fahrholz sprach von "unumgänglichen Maßnahmen" für die Ertragskraft und Zukunftsfähigkeit seiner Bank und kündigte an, die Stellen sozialverträglich abbauen zu wollen. Davon geht auch der Betriebsratsvorsitzende, Sultan Salam, aus. Beide verwiesen auf die natürliche Fluktuation sowie auf personalwirtschaftliche Instrumente wie Altersteilzeit und Vorruhestand. Für die Maßnahmen sind nach Angaben der Bank Aufwendungen von rund 700 Millionen Euro erforderlich, wovon in der bisherigen Planung 300 Millionen Euro enthalten seien.

Ferner informierte Fahrholz den Aufsichtsrat darüber, dass künftig Gewerbetreibende und sonstige Geschäftskunden vom Unternehmensbereich "Private Kunden und Geschäftskunden" betreut werden. Diese organisatorische Veränderung steht im Zusammenhang mit dem Ende Juli geschaffenen Unternehmensbereich "Corporates and Markets", in dem das Investmentbanking mit dem klassischen Firmenkundengeschäft zusammengefasst ist. Kleinere und mittelständische Firmen, die bislang von diesem Bereich betreut wurden, hätten dort wie Fremdkörper gewirkt, erläutern Beobachter die Verschiebung.

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