Montag, 26. September 2016

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Luxusautos Das Milliardenspiel

Noch edler, noch schneller, noch teurer - in einem gewaltige Gelder verschlingenden Wettkampf ringen die Hersteller um die Krone im Automobilbau. mm sagt, was die sechs großen Spieler mit ihren Nobelmarken planen.

Hamburg - Für solvente Männer mit Auto-Macke brechen goldene Zeiten an. VW-General Ferdinand Piëch hat zum Großangriff auf Mercedes & Co geblasen. Mit einer ganzen Palette von Marken und Modellen - von Bugatti bis Lamborghini - will der Herr über Polo und Passat den Massenhersteller Volkswagen in den prestigeträchtigen Luxusautomarkt stemmen.

Der Angreifer: Mit dem Bugatti EB 16.4 Veyron drängt VW-Chef Ferdinand Piëch ins automobile Oberhaus.
Die Etablierten, allen voran Mercedes und BMW, aber auch die Sportwagen-Champions Porsche und Ferrari, nehmen die Herausforderung an. Mit voluminösen Motorsänften und kraftstrotzenden Rennwagen für die Straße wollen sie die Wolfsburger Attacke kontern. Selbst der biedere Ford-Konzern bringt seine Edelmarken Jaguar und Aston Martin in Stellung.

Fast zwei Dutzend neuer Modelle und Varianten in der Preisklasse von 200.000 Mark aufwärts wirft die Branche in den nächsten drei Jahren auf den Markt. Die Zahl der jährlich hergestellten Luxusschlitten wird sich nach Schätzungen des Autoexperten Willi Diez von gegenwärtig gut 20.000 auf rund 40.000 Fahrzeuge im Jahr 2008 nahezu verdoppeln.

Doch nicht einmal die Automanager selbst glauben daran, dass die Nachfrage im gleichen Tempo wächst. Diez hat exklusiv für manager magazin in einer Studie die Erwartungen der Hersteller ermittelt und zusammengefasst; sein Fazit: "Es droht ein dramatisches Überangebot".

Im Kampf um PS, Image und zahlungskräftige Kunden wird es keine Sieger geben. Aufwand und möglicher Ertrag stehen in krassem Missverhältnis. Diez, der an der Fachhochschule Nürtingen Automobilwirtschaft lehrt, hat berechnet, dass die Hersteller in den kommenden sieben Jahren rund 25 Milliarden Mark allein in Entwicklung und Produktion der Luxusautos stecken.

In der Branche hat ein Wettlauf begonnen, bei dem das betriebswirtschaftliche Einmaleins außer Kraft gesetzt wird. Die Akteure schaukeln sich beim Bau superteurer Automobile gegenseitig hoch. Es geht um Prestige, um das Image von Marken und Konzernen - und es geht um die Profilierungssucht übereifriger Manager.

Web-Galerie: Die Luxusautos zum Anklicken

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