Freitag, 28. April 2017

Tote Marke - Trabant Der Käfer des Ostens

Rennpappe, Plaste-Porsche oder überdachte Zündkerze - die meisten Spitznamen des "DDR-Volkswagens" waren wenig schmeichelhaft.

Dabei konnte sich der vom VEB Sachsenring Zwickau hergestellte Trabant bei seiner Einführung 1958 durchaus mit der westdeutschen Konkurrenz messen. Vermutlich war der "Volkswagen des Ostens" sogar das erste Kunststoffauto der Welt.

Immer ein Blickfang: Trabant-Oldtimer bei der Eröffnung der Ostseeautobahn A 20
Weil das Werk in Sachsen durch die Zonengrenze von der westdeutschen Stahlproduktion abgeschnitten war, wurde das Auto aus einer Mischung aus Phenolharz und Baumwolle hergestellt.

Das erste Auto rollte zunächst 1957 unter der Bezeichnung "P 50" in Zwickau vom Band. Ein Jahr später ging der Wagen als "Trabant" in Serie. Mit dem Namen wollten die Konstrukteure an die "epochenmachende wissenschaftliche technische Leistung der Sowjetunion erinnern", die mit dem Sputnik gerade den ersten künstlichen Erdtrabanten ins All geschossen hatte. So jedenfalls las sich die offizielle Begründung der Arbeiter- und Bauern-Regierung.

Für 1967 war der erste Nachfolger für den P(ersonenwagen) 601 geplant - der Trabant P 603. Er ging jedoch ebenso wenig in Serie wie der P 610. Bis zur Wende 1991 wurde der P 601 nur geringfügig modifiziert. Gerade einmal 26 PS hatte der "Trabi" unter der Pappe.

Nach der Wende wurde zunächst weiterproduziert - mit einem Viertakt-"Polo"-Motor statt des knatternden Zweitakters. Doch am 30. April 1991 fuhr der endgültig letzte Trabant vom Band. Der VEB Sachsenring Zwickau stellt heute als Sachsenring AG Fahrzeugteile und Sonderfahrzeuge her. Der Trabant aber ist Geschichte. Als Auto und als Marke.


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