Donnerstag, 15. November 2018

Tote Marke - Nordmende Verblasster Stolz

Der Name stand für beste deutsche Unterhaltungselektronik, ebenso wie Saba und Telefunken. Dann verschwanden alle drei unter dem Dach des Thomson-Konzerns. Saba und Telefunken konnten sich bisher halten, der Name Nordmende ist Geschichte.

 Sendeschluss: Vom bunten Strauß deutscher TV-Hersteller ist kaum etwas übrig geblieben.
DPA
Sendeschluss: Vom bunten Strauß deutscher TV-Hersteller ist kaum etwas übrig geblieben.

Den Anfang macht 1977 die Übernahme des Bremer Rundfunk- und Fernsehherstellers Nordmende. Schnell erwarb sich der neue Eigentümer Thomson einen Namen als rücksichtsloser Sanierer und Arbeitsplatzvernichter. Auch beim Kauf des Schwarzwälder Elektrogeräteherstellers Saba blieben die Franzosen ihrem Ruf treu. 1997 wurde das letzte Werk in Deutschland geschlossen.

Trotz dieser Sparmaßnahmen verlor der Konzern kontinuierlich an Bedeutung. Kam Thomson Anfang der 80er Jahre noch allein mit den Marken Saba und Nordmende auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent in Deutschland, waren es 1990 zusammen mit der 1984 übernommenen Marke Telefunken nur noch knapp zwölf Prozent.

Fernseher, auf denen Nordmende prangt, wurden zunächst im Ausland weitergefertigt - allerdings nicht lange. Die Marke Nordmende wurde aufgegeben und schon bald – so vermuten Branchenkenner – werden auch Saba und Telefunken auf keinem Fernseher mehr stehen.

Anders als Nordmende und Telefunken wird der Name Saba aber auch dann nicht aus der Rundfunkgeschichte verschwinden, wenn Thomson die Marke aufgibt. 1992 gründeten Vertreter mehrere afrikanischer Staaten die South African Broadcasting Agency - abgekürzt Saba.


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