Dienstag, 13. November 2018

Brau und Brunnen Gute Nachrichten nur für Biertrinker

Der Getränkekonzern rutscht weiter tief ins Minus. Immerhin: Der Bierpreis bleibt stabil.

Abfüllanlage des Friesischen Brauhauses zu Jever
AP
Abfüllanlage des Friesischen Brauhauses zu Jever

Dortmund - Der Jahresfehlbetrag bei Brau und Brunnen wuchs im Vergleich zu 1999 um knapp 22 Prozent auf minus 105,8 Millionen Mark (54,1 Millionen Euro), teilte das Unternehmen am Mittwoch in Dortmund mit.

Nur mit alkoholfreien Getränken wie den Zugpferden Apollinaris und Schweppes machte Brau und Brunnen Gewinne. Obwohl der Konzern mit 368 Millionen Mark Schulden alles andere als flüssig ist und das Jahr 2001 mit dem Ergebnis von minus 38,9 Millionen Mark im ersten Quartal nicht berauschend begann, glaubt der seit Februar amtierende Vorstandsvorsitzende Michael Hollmann an eine erfolgreiche Sanierung.

Ab 2003 wieder in der Gewinnzone

In spätestens zwei Jahren soll der Konzern schwarze Zahlen schreiben. "Dass sich die HypoVereinsbank dann von ihren Anteilen trennt, da bin ich gar nicht sicher", sagte Hollmann. Bei einem Verkauf käme dagegen ein internationaler Getränkekonzern wie Heineken oder Karlsberg in Frage, hatte Hollmann noch im Mai gesagt.

Vorerst jedoch sank die Eigenkapitalquote von 10,7 auf 2,5 Prozent, und liegt jetzt bei 32 Millionen Mark liegt. Der Umsatz ging um knapp sieben Prozent auf 1,381 Milliarden Mark zurück, der Bierabsatz sank um sechs Prozent auf 7,1 Millionen Hektoliter.

Verteuerung des Biers ist nötig

Eine Verteuerung beim Bier sei dringend nötig, es werde jedoch keine Preiserhöhung im Alleingang geben. Nur das "Berliner Pilsner", laut Hollmann "eine Marke mit einem Wahnsinns-Potenzial, die sich sehr positiv entwickelt", werde in diesem Jahr teurer.

Zum Schuldenabbau sollen in diesem Jahr alle nicht für den Betrieb benötigten Immobilien verkauft werden. Die Personalkosten sollen bis 2003 um ein Fünftel sinken, weitere Wertberichtigungen vermieden werden. Auch im Management werde es weitere Änderungen geben.

Standorte auf dem Prüfstand

Standortschließungen seien für die Zukunft nicht auszuschließen. Auf dem Prüfstand stehe vor allem die Brauerei Iserlohn mit dem "Iserlohn Pilsener". Bei einem Verkauf sollen aber Marke und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Investiert werden soll vor allem in die Marken Jever, Apollinaris und Schweppes.

Zum Brau und Brunnen-Konzern zählen acht Braustandorte und vier Produktionsstätten für nicht-alkoholische Getränke. Zum Biersortiment zählen unter anderem auch die Dortmunder Marken Union, Brinkhoff's Ritter sowie am Rhein die Aktmarke Schlösser und die Kölsch-Sorten Gilden, Sion oder Küppers. In Berlin sind es noch Schultheiss, in Frankfurt/Oder das Frankfurter Pilsener. In Leipzig wird das Sternburg Pilsener gebraut.

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