Montag, 17. Dezember 2018

Ökobank Verblühte Träume

Alles aus - keine Alternative mehr für das alternative Kreditinstitut.

Die Finanzierung von Solarkraftwerken (Foto) und Windenergie reichte zum Überleben der Ökobank nicht aus

Frankfurt - Die genossenschaftliche Ökobank muss wegen Millionenverlusten ihr Bankgeschäft aufgeben. Es soll ausgegliedert und an die BAG Bankaktiengesellschaft Hamm übertragen werden, die dem Genossenschaftsverbund angehört. Bettina Schmoll, Sprecherin der 1988 gegründeten Ökobank, bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. "Die BAG Hamm ist eine Zwischenlösung. Wir wollen einen Partner finden, der die Ökobank übernimmt." Die Vertreterversammlung der Bank soll am 30. Juni über die Ausgliederung entscheiden. Die "grüne" Bank hatte sich der Finanzierung von Umweltprojekten verschrieben.

"Aus eigenen Mitteln können wir das Geschäft nicht weiterführen." Nach Angaben von Schmoll mussten für die Jahre 1999 und 2000 Wertberichtigungen von 17 und 13 Millionen Mark vorgenommen werden. Grund seien unter anderem drei große Kreditausfälle in Höhe von insgesamt 12 Millionen Mark für ökologische Bau- und Recyclingprojekte. Die Ökobank musste deshalb den Sicherungsfonds der Volks- und Raiffeisenbanken in Anspruch nehmen.

Die Zukunft ist offen

Vorgesehen sei, das Bankgeschäft zunächst als eigenständige Filiale der BAG beizubehalten. In diesem Fall würden die 65 Mitarbeiter der Ökobank übernommen. Eine Arbeitsplatzgarantie gebe es jedoch nicht. Eigentümer der genossenschaftlichen Ökobank mit Niederlassungen in Berlin und Baden-Württemberg sind bundesweit 24 000 Mitglieder.

Formal soll die Ökobank-Genossenschaft trotz des Fiaskos im Bankgeschäft weiter bestehen. "Offen ist, welche Aufgaben sie dann übernimmt." Auch darüber werde die Vertreterversammlung entscheiden.

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