Donnerstag, 15. November 2018

Sporttotal.tv Sporttotal vor dem Sprung nach Europa

Sporttotal.tv: Die Technologie
Getty Images

Die Pilotphase von Sporttotal.tv ist beendet. Nach knapp sechs Monaten erreicht das Amateurfußballportal im Schnitt 15.500 User pro Spiel, dazu wurden wichtige Verträge mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Hyundai geschlossen. Jetzt steht Sporttotal kurz vor dem Sprung nach Europa.

Es war ein Aufschlag, der für eine Mischung aus Aufsehen und Neugierde, Skepsis und ungläubigem Stirnrunzeln gesorgt hatte. Wige Media hatte beim SPOBIS Ende Januar seine neue 100-prozentige Tochter Sporttotal.tv vorgestellt. Das Ziel des neuen Amateursportportals war nicht weniger, als die gesamte Sportübertragung und Medienvermarktung zu revolutionieren. "Wir wollen den Amateursport demokratisieren", lautete die Ansage von Wige-CEO Peter Lauterbach.

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Heft November 2018

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Ein ambitioniertes Ziel für ein junges Startup - in einem Markt, in dem Fußball in den Medien täglich rauf und runter gesendet wird. Ging der Plan von Sporttotal bislang auf?

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Weil das Geschäftsmodell von Sporttotal auf eine Refinanzierung über Werbeerlöse angelegt ist, war es von Beginn an wichtig, Relevanz und Reichweite aufzubauen. Und das gelingt vor allem durch eine große Anzahl an Partnerclubs und übertragenen Spielen, die von Vereinsmitgliedern und anderen Fans auf der Sporttotal-App oder auf der Website des Unternehmens angeschaut werden.

Damit die Wige Media AG, die jüngst in Sporttotal AG umbenannt wurde, ihr Amateurfußballportal allerdings überhaupt erst zum Leben erwecken konnte, startete das Medienunternehmen im März dieses Jahres, zur Rückrunde der Saison 2016/17, eine Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zunächst einmal zur Probe. Es wurde eine Pilotphase eingeläutet, an der sowohl der Bayerische Fußballverband mit seinen Bayernligen Nord und Süd als auch der Niedersächsische Fußballverband mit der Regionalliga Nord und der Oberliga Niedersachsen teilnahmen. Ziel war es, bis Mitte 2017 bei insgesamt 60 Vereinen die Kamerasysteme von Sporttotal zu verbauen. Dieses Ziel wurde im Sommer erreicht. Grund genug für den DFB und dessen Wirtschafts- und Vermarktungstochter DFB GmbH, die Partnerschaft mit Sporttotal.tv nun um gleich zehn Jahre (bis 2027) zu verlängern. Für Sporttotal macht diese Partnerschaft aus zweierlei Sicht Sinn.

  • Erstens hat Sporttotal durch seine Partnerschaft mit dem DFB eine direkte digitale Schnittstelle zu dessen Amateurfußballportal Fussball.de, das mit 3,6 Milliarden Page Impressions pro Jahr das größte der Welt ist. Lauterbach nennt die Partnerschaft mit Fussball.de ein "zentrales Asset", um sich "deutschlandweit als die Bewegtbildplattform für den Amateurfußball" zu etablieren. Ein Status, den Sporttotal allerdings erst noch erreichen muss.
  • Zweitens hat Sportottal durch die Kooperation mit dem Verband einen deutlich besseren Zugang zu den 21 Landes- und fünf Regionalverbänden sowie zu den zahlreichen Vereinen innerhalb des DFB. Zwar verfügt der Verband nicht über zentrale Medienrechte für den Amateurfußball, er hat jedoch enormen Einfluss auf seinen Unterbau. Und genau diesen Zugang braucht Sporttotal für sein erklärtes Ziel, den deutschen Amateurfußball in seiner ganzen Breite abzudecken. Das haben Projekte bewiesen, die sich entweder nur regional etablieren oder überhaupt nicht am Markt durchsetzen konnten.

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