Dienstag, 24. Oktober 2017

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Unternehmensstrategien im Zeitalter des Protektionismus Trump eröffnet neue Chancen - nutzen Sie sie!

Land of the Trump: Uncle Sam hat´s derzeit schwer

Jens-Uwe Meyer
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    Dr. Jens-Uwe Meyer ist Geschäftsführer der Innolytics GmbH. Mit neun Büchern (u.a. "Radikale Innovation", "Digitale Disruption") und mehr als 100 Fachartikeln ist er einer der engagiertesten Innovationsvordenker im deutschsprachigen Raum. Er berät mittelständische Unternehmen und Konzerne.
  • www.jens-uwe-meyer.de

Zeiten des radikalen Wandel sind das Fundament, auf dem innovative Unternehmer ihre Produkte und Strategien aufbauen. Wann entstanden Konzerne wie Siemens Börsen-Chart zeigen und General Electric Börsen-Chart zeigen? In Zeiten des radikalen industriellen Wandels. Wann blühten innovative Mittelständler auf? Als Deutschland nach dem Krieg in Trümmern lag. Und was war der Grundstein des Silicon Valley? Die digitale Revolution, die Unternehmen wie Google deutlich früher erkannten als Mitbewerber in anderen Ländern. Mit der Präsidentschaft von Donald Trump bricht wieder ein Zeitalter des radikalen Wandels an. Über die Gefahren wurde genug berichtet. Schauen wir auf die Chancen: Wie können Unternehmen von der Ära Trump profitieren? Mit welchen Strategien können sie zu Gewinnern des Wandels werden?

1. Amerika ist jetzt richtig uncool. Nutzen Sie es!

Es gab einmal Zeiten, da waren Coca-Cola Börsen-Chart zeigen-Cola und der Marlboro Man der Inbegriff der Freiheit. Die Marken verkörperten die Sehnsucht nach dem American Way of Life. Und jetzt? Geraten Sie beim Wort "Amerika" aktuell in Verzückung? Assoziieren Sie es mit der großen Freiheit? Weiter so, Donald! Make American Brands Uncool Again! Zwar werden McDonald's Börsen-Chart zeigen's und Kentucky Fried Chicken nicht gleich morgen die Kunden weglaufen. Aber wenn Sie beispielsweise eine deutsche Burger-Kette starten möchten, können Sie in den nächsten vier bis acht Jahren getrost darauf bauen, dass Donald Ihnen bei der Geschäftsentwicklung tatkräftig hilft.

Fritz Kola und Club Mate treffen heute bereits das Lebensgefühl vieler Deutscher besser als amerikanische Brause. Freuen wir uns also auf innovative neue Produkte und Start-ups, die den Abschied vom American Way of Life geschickt für sich nutzen. Denn ob es eine Marke will oder nicht - die Regierung eines Staates hat einen großen Einfluss auf die Reputation von Unternehmen. Deshalb hat es auch der Russian Way of Life in unseren Märkten ziemlich schwer. Mit dem neuen Lada vorfahren? Uncool!

2. Setzen Sie auf das zunehmende Sicherheitsbedürfnis!

Es war in den vergangenen Jahren nicht einfach, deutsche Mittelständler davon zu überzeugen, Unternehmensdaten vom Chef-PC in die Cloud zu verlagern. Irgendwann war das Vertrauen zögerlich da. Und so lagern Unternehmensdaten heute bei Diensten wie Dropbox und Evernote, interne Nachrichten werden über iMessage und Google Mail verschickt. Lange hatten Sie als deutsches IT-Unternehmen dem wenig entgegenzusetzen, die Lösungen aus dem Silicon Valley waren einfach bedienerfreundlich und dank der internationalen Datenschutzabkommen auch "sicher".

Und jetzt? Wenn Sie in Deutschland Software entwickeln und ein deutsches Rechenzentrum nutzen, ist Donald Ihr bester Werbepartner. Ihr Mitbewerber ist ein amerikanischer Softwareanbieter? Wow! Da werden Sie künftig nur den Namen des amerikanischen Präsidenten erwähnen müssen. Am besten gleich sein Foto in Ihre Verkaufsunterlagen einbauen. Und dann die rhetorische Killerfrage: "Möchten Sie ihm Ihre Unternehmensdaten anvertrauen?"

Zugegeben, bereits Barack Obama hatte deutschen IT-Anbietern mit dem Überwachungsskandal eine kostenlose PR geschenkt, die sich keines der Unternehmen aus eigener Tasche hätte leisten können. Aber Donald setzt noch einen drauf.

Mr. President, wir würden Ihnen gerne eine Verkaufsprovision überweisen. Aber das geht leider nicht. Sie dürfen ja kein Geld aus dem Ausland annehmen.

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