Donnerstag, 23. November 2017

Verzögerte Steuererklärung Sechs Prozent Zinsen von der Schäuble-Bank

Geld zurück bei der Einkommensteuererklärung

2. Teil: Wer mehr zurückerwartet, profitiert stärker

Warum machen wir das dann nicht alle, fragt man sich unwillkürlich. Kurze Antwort: Weil wir die Möglichkeit nicht kennen, weil wir wichtige Voraussetzungen nicht erfüllen oder weil die Rechnung für uns so gar nicht aufgeht. Das sind die relevanten Punkte:

  • Die meisten Steuerzahler kennen die entsprechende Regelung der Abgabenordnung nicht. Und auch Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine machen nicht unbedingt offensiv auf die Möglichkeit aufmerksam, die eigene Steuererklärung hinauszuzögern und so zusätzliche Zinsen von Vater Staat zu erhalten.
  • Um von der Verzögerungstaktik spürbar zu profitieren, muss die Steuererklärung freiwillig sein. Doch wer 2015 zum Beispiel mindestens 410 Euro an Einkünften ohne Lohnsteuerabzug hatte, so beispielsweise auch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen -, Eltern - oder Kurzarbeitergeld, als Ehepaar oder eingetragene Lebenspartnerschaft die Steuerklassenkombination III/V oder IV mit Faktor gewählt hat, beim Steuerabzug von einem eingetragenen Freibetrag profitiert hat oder seine Abfindung steuerlich auf fünf Jahre verteilt bekommt, muss eigentlich bis Ende Mai seine Steuererklärung abgeben (s.o.). Da gibt es nur wenig Spielraum für Verzögerungen.
  • Die einzige profitable Verzögerung, die sich für die ergibt, die eine Steuererklärung abgeben müssen, ist ein jahrelanger Streit mit dem Finanzamt um einzelne Rückzahlungen - aber nur wenn man am Ende siegt. Dann gibt es Geld zurück und Zinsen obendrauf.
  • Die schöne staatliche Verzinsung für zu viel gezahlte Abgaben ist natürlich nur attraktiv, wenn man nicht gleichzeitig mit tausend oder zweitausend Euro im Dispo steht.

Geben Sie Ihre Steuererklärung freiwillig ab. Dann prüfen Sie doch am Wochenende mal ihre Chancen auf ein gut verzinstes Konto bei der Schäuble-Bank.


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