Mittwoch, 28. September 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Editorial zum Game Changer Spielmacher gesucht

mm-Chefredakteur Steffen Klusmann auf der Preisverleihung Game Changer am 19. November in Berlin.
www.grossaufnahmen.de
mm-Chefredakteur Steffen Klusmann auf der Preisverleihung Game Changer am 19. November in Berlin.

Der Weg zu Eos führt vorbei an sauberen Einfamilienhausreihen, durch viel Wald und Wiesen. Als Hans Langer die Spezialfirmaa für industriellen 3-D-Druck vor mehr als 25 Jahren gründete, war ihm wichtig, von seinem Wohnort Gräfelfing nicht zu weit zur Arbeit fahren zu müssen. Und dass seine Mitarbeiter zwischendurch mal an die frische Luft kommen.

Eine knappe Stunde ist man vom Münchener Flughafen zur Eos- Zentrale in Krailling unterwegs. Eine Tour, die immer mehr Pilger aus aller Welt auf sich nehmen. Denn Langers Unternehmen schickt sich mit seiner Drucktechnologie an, die Wertschöpfungsketten zahlreicher Branchen durcheinanderzuwirbeln.

Gemeinsam mit BMW und Axel Springer wird Eos deshalb von der Unternehmensberatung Bain & Company und manager magazin erstmals mit dem "Game Changer Award" ausgezeichnet. Der Preis geht in diesem Jahr an Unternehmen, die es in vorbildlicher Weise geschafft haben, den digitalen Wandel in ihr Geschäftsmodell einzubauen und ihn nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen. Für die deutsche Industrie, die vor allem in traditionellen Branchen stark ist, der einzig taugliche Ansatz, um langfristig zu überleben.

Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Firmen in drei Kategorien unterteilt: "Challenger" (Eos), "Focused Players" (Axel Springer) und "Incumbents" (BMW). 328 Unternehmen quer durch die Branchen hat Bain analysiert und ihre Antworten auf die Digitalisierung bewertet. Aus der Shortlist von 15 Firmen wählte eine hochkarätig besetzte Jury die Gewinner.

Was alle drei Sieger verbindet: Zu Beginn der disruptiven Umwälzungen wurden sie von ihresgleichen noch mit Argwohn betrachtet: Eos etwa formt aus Metall- oder Kunststoffpulver im Laser-Sinter-Verfahren enorm komplexe Werkstücke, die lange als Nischenprodukte abgetan wurden. BMW wurde für den ersten "iDrive"-Drehknopf noch verspottet und Springer-CEO Mathias Döpfner schon als Totengräber der Medienbranche beschimpft.

"Wer die Spielregeln ändern will, braucht viel Selbstbewusstsein und einen sehr langen Atem", so das Fazit von mm-Reporter Klaus Werle, der die drei Sieger-Unternehmen porträtiert und dieses Heft konzipiert hat.

Sieger in der Kategorie Incumbents: BMW
Sieger in der Kategorie Focus Player: Axel Springer
Sieger in der Kategorie Challenger: EOS


Alle relevanten News des Tages gratis auf Ihr Smartphone. Sichern Sie sich jetzt die kostenlose App von manager-magazin.de. Für Apple-Geräte hier und für Android-Geräte hier.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH