Dienstag, 16. Oktober 2018

Übernahmepläne des Dax-Konzerns Potash lässt bei K+S nicht locker - Showdown zwischen Tilk und Steiner

Salzlager von Potash: Die Kanadier lassen sich vom "Nein" der Kasselaner nicht beeindrucken - Aktionäre erwarten eine feindliche Übernahme

Der kanadische Düngemittelhersteller Potash will seinem deutschen Konkurrenten K+S eine Übernahme doch noch schmackhaft machen. Das Management sei davon überzeugt, dass sich die Befürchtungen von K+S aus dem Weg räumen ließen, teilte Potash am Freitagmorgen mit. Das Angebot ziele nicht darauf ab, Minen zu schließen, die Produktion zu drosseln, das Salz-Geschäft zu verkaufen oder Personal abzubauen. Wenn sich die Deutschen auf ein Treffen einließen, könnten viele Punkte geklärt werden.

Der Dax-Konzern hatte den Kanadiern am Donnerstag offiziell die kalte Schulter gezeigt. Das Angebot von 41 Euro je Aktie ist dem K+S-Management zu wenig: Es zeige "nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens", hieß es aus Kassel.

Potash verteidigte das Angebot. 41 Euro entsprächen einem Aufschlag von 57 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 12 Monate. Dieser Durchschnittskurs bezieht mit ein, wie viele Papiere zu welchem Kurs jeweils gehandelt wurden.

Showdown zwischen Jochen Tilk und Norbert Steiner

Kurz vor Bekanntwerden der Übernahmegerüchte lag der Wert der K+S-Papiere allerdings bei knapp über 29 Euro und damit höher als dieser von Potash genannte Durchschnittskurs. Gemessen an dem Wert läge die Prämie bei gut 41 Prozent.

Außerdem gebe es nur "minimale Überschneidungen" zwischen den Geschäftsbereichen der beiden Firmen. Potash-Chef Jochen Tilk ist laut Mitteilung überzeugt, dass ein Kauf "bessere Entwicklungsmöglichkeiten und mehr Arbeitsplatzsicherheit für alle Mitarbeiter" biete.

K+S und Potash gehören zu den größten Kaliherstellern der Welt. K+S ist zudem der weltweit größte Salzhersteller, Potash ist in dem Bereich bislang nicht vertreten.

Aktionäre gehen davon aus, dass die Übernahme letztlich gelingen wird. Die Aktie von K+S legte am Freitag mehr als 4 Prozent auf 38,75 Euro zu und näherte sich damit wieder dem von Potash gebotenen Preis.

Bedingt abwehrbereit: Warum der Abwehrkampf von K+S wenig Chancen hat

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