Freitag, 22. Februar 2019

Potash-Angebot zurückgewiesen K+S lehnt Übernahmeangebot ab

Salzabbau in den Bergwerken der K+S Gruppe: Potash wolle K+S übernehmen und damit Kontrolle über Legacy erhalten, meint K+S-Chef Steiner

Der Kali- und Salz-Produzent K+S hat dem Übernahme-Vorstoß des kanadischen Düngemittelherstellers Potash eine Absage erteilt. "Nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der Gesamtumstände" hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, den Vorschlag abzulehnen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag mit.

Potash hatte laut K+S 41 Euro je Aktie geboten. Dies zeige "nicht den fundamentalen Wert von K+S und ist nicht im Interesse des Unternehmens", sagte K+S-Chef Norbert Steiner.

Die K+S-Aktien weiteten nach den Nachrichten ihre Kursverluste aus und kosteten zuletzt 36,995 Euro, 2,06 Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch. Allerdings hatten sie seit Bekanntwerden der Übernahmepläne vergangene Woche kräftig zugelegt. Potash-Papiere dämmten ihre Verluste vom Handelsbeginn am Donnerstag zuletzt auf rund ein halbes Prozent ein.

K+S sieht Salzgeschäft bei Übernahme in Gefahr

K+S-Chef Steiner verwies bei der Ablehnung der Übernahmeofferte vor allem auf das K+S-Projekt Legacy in Kanada. Das neue 4,1 Milliarden kanadische Dollar (rund 3,0 Mrd Euro) teure Kaliwerk soll Ende 2016 in Betrieb gehen. Potash wolle K+S übernehmen und damit Kontrolle über Legacy erhalten, sagte Steiner.

Zudem scheine Potash kein nachhaltiges Interesse zu haben, die "verknüpften Düngemittel- und Salzaktivitäten in der jetzigen Form fortzuführen", sagte der K+S-Chef. Auch habe Potash trotz Nachfrage "keine verbindlichen Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14 000 Beschäftigten von K+S gemacht".

K+S und Potash gehören zu den größten Kaliherstellern der Welt, K+S ist zudem der weltweit größte Salzhersteller.

"Wir öffnen unsere Bücher nicht für einen Konkurrenten"

K+S will den übernahmewilligen kanadischen Rivalen Potash zudem nicht in seine Bücher schauen lassen. "Wir haben den Vorschlag zurückgewiesen, deshalb macht es keinen Sinn, über eine Due Diligence zu sprechen", sagte Finanzvorstand Burkhard Lohr am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Wir stehen im Wettbewerb mit Potash und werden unsere Bücher nicht für einen Konkurrenten öffnen."

Lohr wollte sich nicht festlegen, wie viel Potash für K+S bieten müsse, so dass der Vorstand weich werden könnte. "Ich gebe Ihnen keine Zahl, aber ich hoffe, Ihnen eine Vorstellung davon zu geben." K+S hatte das Potash-Angebot auf 41 Euro je Aktie beziffert. Das wären insgesamt 7,9 Milliarden Euro. Ob das angemessen sei, müssten die Aktionäre entscheiden, sagte Lohr.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung