Sonntag, 26. Juni 2016

Deutscher Leitindex Dax gehört mehrheitlich ausländischen Investoren

Wem gehört der Dax? Welche Aktien noch in Händen deutscher Anleger sind
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DPA

Der aktuelle Börsen-Höhenflug der deutschen Top-Konzerne spült vor allem ausländischen Anlegern Geld in die Taschen. Denn mit inzwischen 56 (Vorjahr: 54) Prozent liegt deutlich mehr als jede zweite Aktie der Börsen-Schwergewichte im Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen in Depots ausländischer Investoren, wie die Beratungsgesellschaft Ernst & Young am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Wie aus der Studie zur Anlegerstruktur bei den 30 Börsenschwergewichten hervorgeht, halten Aktionäre aus Deutschland nur noch 36 (Vorjahr: 37) Prozent der Anteile, 8 Prozent der Aktien können keiner Region zugeordnet werden.

In den vergangenen zehn Jahren sei der Aktienanteil ausländischer Investoren kräftig gestiegen: Bei den 23 Unternehmen, deren Daten den Vergleich zulassen, stieg er von durchschnittlich 45 Prozent im Jahr 2005 auf 59 Prozent im Geschäftsjahr 2014. Das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Top-Unternehmen sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagte EY-Experte Martin Steinbach: "Trotz der schwachen Konjunkturentwicklung in Europa und trotz der schwelenden Schuldenkrise in der Eurozone."

Vertrauen ausländischer Anleger in deutsche Top-Konzerne wächst

Aus Steinbachs Sicht beweist das starke Engagement ausländischer Investoren, dass die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt geschätzt werden: "Wenn ausländische Anleger in Aktien deutscher Top-Konzerne investieren, demonstrieren sie damit auch ihr Vertrauen, dass die Dax-Konzerne auch morgen noch weltweit in der obersten Liga mitspielen."

Bei sechs Dax-Unternehmen sind nach den Angaben mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand: Bei der Deutschen Börse, Linde , Infineon , Lanxess , Bayer und Merck. Insgesamt seien 21 der 30 Dax-Unternehmen mindestens zur Hälfte im Besitz ausländischer Aktionäre. Den geringsten Anteil weisen demnach Henkel , BMW und Lufthansa auf. Gegenüber dem Vorjahr sank der Anteil ausländischer Investoren bei zehn Unternehmen, bei 18 stieg er.

Vor allem europäische Anleger sind traditionell stark bei den DAX-Konzernen engagiert: Durchschnittlich 27 Prozent der Aktien der DAX-Unternehmen befinden sich im Besitz europäischer Anleger - 2010 lag ihr Anteil noch bei 25 Prozent. Doch auch das Interesse der Anleger aus den USA bzw. aus Nordamerika an den DAX-Unternehmen steigt: Sie halten aktuell durchschnittlich 21 Prozent der von den Konzernen ausgegebenen Aktien - 2010 waren es noch 19 Prozent.

Im laufenden Jahr dürfte der Anteil ausländischer Investoren weiter steigen - vor allem angelsächsische Anleger werden ihr Engagement erhöhen, erwartet Steinbach: "Der schwache Euro macht Investitionen in deutsche Blue Chips gerade für US- und britische Investoren besonders interessant. Und angesichts der Konjunkturerholung in der Eurozone, von der deutsche Unternehmen besonders stark profitieren können, dürften sich die deutschen Top Unternehmen im laufenden Jahr mehrheitlich gut entwickeln".

la/dpa/reuters

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