Freitag, 1. Juli 2016

FlixBus und MeinFernbus Neuer deutscher Fernbus-Riese ensteht

Flixbus und MeinFernbus gehen zusammen: Die beiden Anbieter vereinen gut die Hälfte der Fahrgäste auf dem deutschen Markt

Deutschlands Fernbusmarkt im Umbruch. Zuletzt zogen sich Unternehmen zurück, jetzt fusionieren mit MeinFernbus und Flixbus die Großen der Branche. Und Deutschland ist ihnen nicht genug.

Berlin/München - Nach dem rasanten Ausbau des Fernbus-Netzes in Deutschland wollen die größten deutschen Anbieter nun gemeinsam mehr Fahrten ins benachbarte Ausland anbieten. MeinFernbus und Flixbus kündigten am Mittwoch an, sich dazu zusammenzuschließen. Damit entstünde der mit Abstand größte Anbieter in Deutschland.

"Wir bündeln unsere Stärken zu einem gemeinsamen Ziel und nehmen jetzt Kurs auf Europa", sagte FlixBus-Gründer Jochen Engert. MeinFernbus-Gründer Torben Greve kündigte dichtere Fahrttakte und mehr Expressverbindungen an. In den nächsten Monaten wollen beide Anbieter ihre Streckennetze flächendeckend verbinden.

Der seit der Liberalisierung vor zwei Jahren boomende Fernbusmarkt bleibt damit in Bewegung. MeinFernbus hatte im vergangenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus 3,5 Millionen. Gemessen an den Fahrgästen dürften beide damit insgesamt gut die Hälfte des Fernbusmarktes abdecken.

Fusionspartner vereinen etwa die Hälfte des Fernbusmarktes

Diesen schätzte das Berliner Iges-Institut für 2014 auf etwa 20 Millionen Fahrgäste. Das Statistische Bundesamt will im Sommer die Zahlen für 2014 vorlegen.

Details des geplanten Zusammenschlusses wollen beide Unternehmen an diesem Freitag in Berlin bekanntgeben. Am Mittwochmorgen wollten die Geschäftsleitungen zunächst die Beschäftigten informieren.

Die MeinFernbus GmbH beschäftigt an ihren Sitz in Berlin 250 Menschen, die Flixbus GmbH in München 230. Hinzu kommen mehrere Hundert Fahrer und Disponenten bei den mittelständischen Partner-Unternehmen.

Gemessen an den angebotenen Fahrten in Kilometern hatte MeinFernbus laut Iges Anfang Dezember einen Marktanteil von 46 Prozent, Flixbus lag mit 29 Prozent auf Platz zwei vor den Busmarken der Deutschen Bahn, die mit Berlinlinienbus und IC Bus 10 Prozent erreichte.

Das Bundeskartellamt kann die geplante Fusion aus Sicht der Bus-Unternehmer nicht stoppen. Denn verglichen mit Flugzeug, Auto und Bahn deckt der Bus nur einen kleinen Teil des Fernverkehrsmarktes ab. Allein die Bahn hatte 2013 in ihren ICE-, IC- und EC-Zügen 131 Millionen Fahrgäste.

Über die finanziellen Details des Geschäfts Schweigen sei vereinbart worden, hieß es. Beteiligt ist auch der Wachstumsfinanzierer General Atlantic. Dessen Deutschlandchef Jörn Nikolay sprach von einem enormen Wachstumspotenzial im europäischen Fernbus-Linienverkehr.

Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt gilt als hart und hat bereits einzelne Anbieter in die Insolvenz getrieben. So hatte DeinBus.de Insolvenz angemeldet, im Oktober hatte die Frankfurter Firma City2City den Betrieb eingestellt. Der Anbieter ADAC war zuletzt zudem aus dem Joint Venture mit der Post ausgestiegen.

rei/dpa

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