Samstag, 23. März 2019

Boeing will Produktion aber forsetzen Auslieferung der 737 Max gestoppt

Boeings Crash-Modell: Diese Airlines setzen die 737 Max ein
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Boeing liefert die 737 Max vorerst nicht weiter aus - will die Produktion aber fortsetzen. Das zeugt von großem Selbstbewusstsein und ist nicht ohne Risiko. Denn noch ist die Schuldfrage nach den zwei Abstürzen dieses Flugzeugtyps binnen weniger Monate nicht geklärt. Allerdings sind die Alternativen für die Airlines begrenzt.

Nach dem Startverbot von Flugzeugen der Boeing-737-Max-Reihe stoppt der US-Luftfahrtkonzern vorerst die Auslieferung der Maschinen. Die Produktion werde aber trotz der "Lieferpause" fortgesetzt, sagte ein Boeing-Sprecher.

Nach Angaben auf der Homepage des Konzerns haben mehr als 100 Kunden insgesamt rund 5000 der Flugzeuge bestellt. Diese Aufträge machen rund 78 Prozent aller Bestellungen des Flugzeugbauers aus. Insofern geht der Konzern mit seiner Entscheidung auch ein großes Risiko ein.

Denn ob, wann und in welchem Umfang die Auftraggeber diese Maschinen abnehmen werden, dürfte auch davon abhängen, welche Erkenntnisse die Auswertung der Blackbox der in Äthiopien abgestürzten Max 737 noch zutage fördert. Sollte ein schwerwiegender Fehler in der Konstruktion oder der Software zu den mittlerweile zwei Abstürzen dieses Flugzeugtyps innerhalb von wenigen Monaten geführt haben, dürften horrende Schadensersatzforderungen auf Boeing zukommen und die Airlines vermutlich von ihrem Kauf zurücktreten wollen.

Das würde am liebsten wohl auch der Boeing-Großkunde Lion Air. Die indonesische Fluggesellschaft erwägt gar, zum Wettbewerber Airbus zu wechseln. Die Airline hat mehr als 200 Maschinen der Max-Reihe bestellt und 10 davon bereits erhalten. Allerdings sind auch die Auftragsbücher bei Airbus prall gefüllt und die Alternativen für wechselwillige Fluggesellschaften begrenzt. Lion Air hatte Im Herbst vergangenen Jahres eine Maschine dieses Typs bei einem Absturz verloren.

Sehen Sie im Video: Weltweites Startverbot für die 737 Max von Boeing

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Am Mittwoch hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA in Folge des Absturz der Boeing 737-Max 8 in Äthiopien und des Crashs der baugleichen Lion Maschine im Oktober in Indonesien ein Startverbot für den Flugzeugtyp verhängt.

Als einen Grund hatte die FAA angegeben, Untersuchungen hätten Ähnlichkeiten bei den beiden Abstürzen ergeben. Vor den USA hatten als Folge des Absturzes in Äthiopien bereits die EU und zahlreiche andere Länder Startverbote für die 737 Max erlassen. Boeing selber hatte am Mittwoch ein weltweites Startverbot für alle 371 bislang ausgelieferten Maschinen des Verkaufsschlagers empfohlen.

rei mit Nachrichtenagenturen

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