Von Arno Balzer und Ulric Papendick
Hamburg - Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein fordert die Finanzbranche auf, Lehren aus der derzeitigen Kreditkrise zu ziehen. "Es ist im Interesse aller Marktteilnehmer, nach Wegen zu suchen, um das Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen", sagt der Investmentbanker in einem Interview in der neuen Ausgabe des manager magazins, die ab Freitag (21. September) am Kiosk erhältlich ist.
Neue Regulierungen für die Märkte schloss er nicht aus: "Die Aufsichtsbehörden müssen auf die Marktveränderungen reagieren, und es ist vollkommen angemessen, dass sie sich dementsprechend auch mit den aktuellen Marktproblemen und deren Ursachen beschäftigen."
Mit Blick auf die in der Kritik stehenden Hedgefonds mahnte Blankfein indes Zurückhaltung an. So könnten freiwillige Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz von Hedgefonds "durchaus sinnvoll sein". Forderungen nach einer scharfen Überwachung der Branche hält der Goldman-CEO allerdings für unrealistisch: "Eine zusätzliche Überwachung der Hedgefondsbranche mag wünschenswert erscheinen, aber die praktische Umsetzung der Überwachung im Tagesgeschäft ist sehr schwer zu erreichen."
Die staatliche Regulierung der Märkte sollte als Ziel haben, die Anleger zu schützen und ein ordnungsgemäßes Funktionieren der Märkte zu garantieren. "Andererseits sollte die Flexibilität der Marktteilnehmer nicht eingeschränkt werden. Hier das rechte Gleichgewicht zu finden ist schwierig", sagte der Investmentbanker gegenüber manager magazin.
Die aktuelle Krise hält Blankfein noch nicht für überstanden. "Die Märkte haben eine gewaltige Bereinigung erlebt, und ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es noch zu weiteren Anpassungen kommt."
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