Tübingen - Hauptgründe sind die niedrige Arbeitslosigkeit und die gesunkenen Rentenbeiträge, wie aus einer Prognose der Universität Linz und das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) hervorgeht. "Die Menschen haben gute Chancen, einen Arbeitsplatz in der regulären Wirtschaft zu bekommen. Für Schwarzarbeit fehlt ihnen dadurch schlicht die Zeit und die Motivation", teilte IAW-Geschäftsführer Bernhard Boockmann am Mittwoch mit.
Trotzdem werde weiterhin fast jeder siebte Euro am Fiskus vorbeigeschleust. Damit steht Deutschland etwas schlechter da als der Durchschnitt der Industrienationen.
Konkret erwarten der Linzer Schwarzarbeits-Experte Friedrich Schneider und das IAW, dass in diesem Jahr 344 Milliarden Euro in der Schattenwirtschaft umgesetzt wurden - das sind 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Jahr 2012 waren es noch 13,4 Prozent,
2003 hatte die Quote mit 17,1 Prozent einen Höchststand erreicht. Unter Schattenwirtschaft verstehen die Experten vor allem Schwarzarbeit, aber auch andere kriminelle Aktivitäten.
Senkung der Rentenbeiträge und solider Arbeitsmarkt wirken sich aus
Die Politik sorge schon seit Jahren dafür, dass reguläre Beschäftigungsverhältnisse attraktiver würden, sagte Boockmann. In diesem Jahr sei es vor allem die Senkung der Rentenbeiträge von 19,6 auf 18,9 Prozent die sich bemerkbar mache. Weil dadurch vom Brutto mehr Netto übrig bleibt, werde reguläre Arbeit attraktiver - dadurch sinke das Volumen der Schattenwirtschaft um 1,1 Milliarden Euro.
Die Erhöhung der Verdienstgrenze bei Minijobs von 400 auf 450 Euro wirke sich mit weiteren 200 Millionen Euro aus. Hinzu komme die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, die die Schattenwirtschaft um 1,4 Milliarden Euro schrumpfen lasse.
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