Von Henrik Müller
Deutschland wächst. Und wie. Um rund 400.000 Menschen hat die Einwohnerzahl dieses Jahr durch Immigration zugenommen. Im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 wird der Zuwanderungssaldo sogar bei insgesamt 2,2 Millionen Personen liegen, wie manager magazin im aktuellen Heft berichtet. Vielleicht werden es sogar noch einige mehr, falls sich nämlich die Depression in den darniederliegenden Südstaaten weiter verfestigen sollte.
Die Folgen der neuen Deutschland-Welle lassen sich kaum überschätzen.
Wir stehen am Beginn der fünften Immigrationsphase seit den 50er Jahren: Erst kamen die Gastarbeiter aus Italien, Spanien, Griechenland, dann aus der Türkei. Später, nach dem "Anwerbestopp" 1973, zogen Familienangehörige nach. Der Grenzöffnung 1990 folgte schließlich ein Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Dann flaute die Dynamik ab, Deutschland wurde in den Nullerjahren zum Auswanderungsland.
Nun also Phase fünf: Die gegenwärtige Entwicklung hat das Potenzial, alle vorherigen Immigrationswellen ökonomisch in den Schatten zu stellen. Denn: Nie waren die Zuwanderer so gut ausgebildet. Nie waren sich die Europäer kulturell so nah. Nie zuvor war die Zuwanderung in so starkem Maße marktgetrieben. Deshalb war die Integration nie einfacher, deshalb funktionierte die wirtschaftliche Eingliederung in den Arbeitsmarkt nie reibungsloser als heute. Im aktuellen Heft findet sich ein großer Report über die Anatomie der aktuellen Einwanderungswelle.
Die neue deutsche Demographie hat vier ökonomische Effekte
Die makroökonomischen Implikationen sind enorm - und zwar aus deutscher Sicht überwiegend positiv. Viele düstere Gewissheiten der vergangenen 20 Jahren sind überholt: Das Arbeitskräfteangebot schrumpft nicht mehr wie prognostiziert, sondern es steigt mittelfristig. Dafür stellen sich neue Herausforderungen. Aber eines nach dem anderen.
Die verbesserte deutsche Demographie zeitigt absehbar vier ökonomische Effekte:
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