Von Kristian Klooß
Hamburg - Die Liste der Geldgeber des Hamburger Unternehmens Skysails ist lang. Sie liest sich wie das "Who is Who" der deutschen Seeschifffahrt. Mit im Boot sitzen der Schiffsfinanzierer Oltmann und der Schiffsmotorenbauer Zeppelin Power Systems. Auch zahlreiche Reedereien haben auf die Kraftstoff sparende Zugdrachentechnik aus dem Hause SkySails gewettet: unter ihnen die Reedereien Wessels, Briese, Jüngerhans und Triton Seatrade.
Und erst vor gut einem Jahr beteiligte sich der niederländische Mischkonzern Royal DSM an einer SkySails-Finanzierungsrunde über rund 15 Millionen Euro - eine der höchsten Venture-Capital-Beteiligungen des Jahres in der Branche.
Zusammen mit Geldern aus öffentlichen Fördertöpfen und Mitteln der KfW-Bank wurden seit 2001 nach Unternehmensangaben rund 50 Millionen Euro in die Entwicklung der SkySails-Technologie investiert. Vier Schiffe fahren bislang im Schlepptau der treibstoffsparenden Zugdrachen über die Weltmeere.
Jetzt jedoch droht ein jähes Ende. Am 26. Januar wurde der Hälfte der bislang rund achtzig SkySails-Mitarbeiter ein Kündigungsschreiben zugestellt. Denn die Unternehmensführung um Gründer und Geschäftsführer Stephan Wrage sah sich gezwungen, die Reißleine zu ziehen. "Für uns war es ein sehr harter Schritt", sagt Wrage gegenüber manager magazin Online. Trotzdem sei die Restrukturierung unumgänglich gewesen. Man müsse sie als Vorbereitung auf die nahe Zukunft sehen.
Restrukturierung ja, Insolvenz nein
Und die sieht düster aus. "Der Markt ist massiv unter Druck", sagt Wrage. 2012 werde für die Schifffahrt ein sehr schwieriges Jahr. Und ob es 2013 besser werde, vermag er nicht zu sagen. "Auch die Experten sind sich da nicht einig."
Von einer drohenden Pleite mag Wrage jedoch nicht sprechen. "Wir haben nicht deshalb eine harte Restrukturierung eingeleitet, um dann Insolvenz anzumelden", sagt der SkySails-Chef. Dieser Schritt sei "per heute nicht geplant".
Dennoch dürfte es laut Branchenexperten für SkySails schwierig werden, bis zu einer möglichen Erholung im Jahr 2013 durchzuhalten. Denn im Schifffahrtsmarkt herrscht Flaute. Viele Containerschiffen, Massengutfrachter und Tanker liegen in den Häfen. Die Gründe: eine schwache Weltkonjunktur, Überkapazitäten am Markt und ein von den großen Linienreedereien Maersk und MSC angefachter Preiskampf. Die Folge: Die Charterraten haben in vielen Bereichen ein so niedriges Niveau erreicht, dass sie kaum zur Finanzierung der Betriebskosten und zur Tilgung von Krediten reichen.
Dabei hatte sich die Branche gerade von der Weltwirtschaftskrise erholt, in deren Folge unter anderem die Bremer Reederei Beluga um ihren umstrittenen Gründer Niels Stolberg in die Insolvenz getrieben wurde.
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