Rom - Zwei Wochen nach der Havarie der "Costa Concordia" hat die Reederei mit zwölf italienischen Verbraucherverbänden eine Pauschalentschädigung von 11.000 Euro pro Passagier ausgehandelt. Das teilte der italienische Reiseindustrieverband Astoi Confindustria, der die Verhandlungen koordiniert hatte.
Diese Summe für verlorene Wertgegenstände, Gepäck, seelische Beeinträchtigung durch die Havarie und den für die Kreuzfahrt bezahlten Preis "liegt über den Entschädigungsgrenzen internationaler Vereinbarungen und der gültigen Gesetze", erläuterte Astoi Confindustria in der Mitteilung. Ob eine solche Entschädigungsvereinbarung auch für deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffes Gültigkeit haben könnte, war zunächst unklar. An Bord der gekenterten "Costa Concordia" waren etwa 3200 Passagiere, darunter rund 560 Deutsche.
Die Entschädigung soll den Angaben zufolge auch für Kinder bezahlt werden, die kostenlos dabei gewesen seien, so dass ein Ehepaar mit zwei Kindern 44.000 Euro erhalten würde.
Deutsche Opfer verklagen Reederei
Der Reederei sei daran gelegen gewesen, das durch die Havarie entstandene Image nicht noch weiter zu verschlechtern, schrieb die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag. Die Havarie werde die Reederei Costa Crociere alles in allem Hunderte von Millionen Euro kosten.
Inzwischen wurde allerdings bekannt, dass sich mindestens 16 Betroffene des Unglücks einer Sammelklage in den USA anschließen. "Wir beabsichtigen, uns in der kommenden Woche einer Klage eines Kollegen in New York anzuschließen", sagte der Opfer-Anwalt Hans Reinhardt am Freitag. Dabei gehe es um schätzungsweise 160.000 US-Dollar Schmerzensgeld pro Passagier und mindestens eine Millionen US-Dollar hinsichtlich jedes Todesopfers, sagte Reinhardt.
krk/dpa/dapd
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