16.01.2012
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Entrüstung über EU-Pläne

Wirtschaft fürchtet um "Made in Germany"

"Made in Germany": EU-Plänen zufolge sollen künftig nur noch Produkte das Siegel erhalten, die zu mindestens 45 Prozent in Deutschland hergestellt wruden
Getty Images

"Made in Germany": EU-Plänen zufolge sollen künftig nur noch Produkte das Siegel erhalten, die zu mindestens 45 Prozent in Deutschland hergestellt wruden

Seit Jahrzehnten steht das Siegel "Made in Germany" weltweit für Topprodukte aus Deutschland. Jetzt warnt DIHK-Präsident Driftmann vor Plänen der EU-Kommission, die das Ende der Qualitätsbezeichnung bedeuten könnten. Die Behörde weist das zurück.

Berlin/Brüssel - Die EU-Kommission will das sogenannte Warenursprungsrecht überarbeiten. "Mit der geplanten Änderung gerät das Label 'Made in Germany' in Gefahr. Denn wenn künftig Herkunft und Wert der Vormaterialien entscheidend sind, werden viele Produkte nicht mehr als deutsch gelten", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, der Zeitung "Die Welt".

Dies wäre ein immenser Schaden für die deutsche Wirtschaft und für die Verbraucher, denen eine wichtige Orientierungshilfe verloren ginge: "Ich warne ausdrücklich vor einem solchen Schritt. Das Gütesiegel 'Made in Germany' bürgt weltweit für Qualität und beflügelt deutsche Exporte. Das geltende Ursprungsrecht ist unbürokratisch und international anerkannt, die Änderungspläne sollten daher schnell wieder in der Schublade verschwinden."

Der zuständige EU-Kommissar Algirdas Šemeta plant, dass Produkte künftig nur dann noch den Hinweis "Made in Germany" tragen sollen, wenn mindestens 45 Prozent des Wertanteils aus Deutschland stammen. Bisher gilt laut EU-Regeln das Land als Herkunftsland, in dem "die letzte wesentliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Be- und Verarbeitung" vorgenommen wurde. Deshalb können aktuell Produkte auch dann mit dem Label "Made in Germany" gekennzeichnet werden, wenn sie zu mehr als 90 Prozent im Ausland gefertigt, aber zuletzt in Deutschland bearbeitet wurden.

Die Kommission habe "weder eine Abschaffung noch eine Erschwernis dieser Herkunftsbezeichnung vorgeschlagen", teilte die EU-Behörde am Montag in Brüssel mit. Nach EU-Auffassung solle sich an dem Label nichts ändern.

Nach Ansicht der Kommission handelt es sich um ein Missverständnis, da in der Diskussion häufig Regeln für importierte Waren aus Nicht-EU-Staaten mit denen für Waren aus der EU durcheinandergebracht würden. So habe Brüssel einheitliche Regeln für Herkunftsbezeichnungen angeregt, die aber nur für importiere Waren von außerhalb der EU gelten sollten - nicht für Exportprodukte. Auch dazu gebe es bislang noch keinen konkreten Vorschlag, schrieb die Behörde.

mg/dpa

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