New Orleans - Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko liegt mehr als anderthalb Jahre zurück, doch vor Gericht ist ihre Aufarbeitung in vollem Gange. Der Erdölkonzern BP streitet sich mit früheren Geschäftspartnern darüber, wer die Kosten der Katastrophe übernehmen muss. Nun hat BP dem Dienstleistungsunternehmen Halliburton vorgeworfen, es habe Beweismaterial zu den Ursachen des Unglücks bewusst vernichtet.
Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zement, mit dem das Bohrloch aufgefüllt worden war. Laut BP verwendete Halliburton minderwertigen Zementschlamm und vernichtete später Hinweise auf dessen geringe Qualität. Das Unternehmen habe negative Testergebnisse "absichtlich" zerstört - unter anderem, um "jedes Risiko zu vermeiden, dass die Beweise in diesem Verfahren gegen es verwendet werden." Zudem habe Halliburton offenbar Computer-Daten zur Qualität des Zements verloren.
Nach der Explosion der von BP betriebenen Förderplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren vor der US-Küste rund 780 Millionen Liter Erdöl ins Meer ausgelaufen. Bei dem Unglück kamen elf Menschen ums Leben. BP hatte wegen der Katastrophe mehrere Geschäftspartner auf Schadensersatz verklagt. Allein vom Betreiber der Ölbohrplattform Transocean verlangt das Unternehmen 40 Milliarden Dollar.
dab/dapd/rtr
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