Hamburg - Die Lufthansa will wegen der sich eintrübenden Konjunkturaussichten alle nicht unbedingt nötigen Investitionen erst einmal auf Eis legen. "Ausgaben für betriebsnotwendige Güter und Flotteninvestitionen bleiben davon unberührt", sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Donnerstag. Der Investitionsstopp sei zunächst auf sechs Monate befristet.
Aktuell stehen bei Deutschlands größter Fluggesellschaft 202 neue Flugzeuge auf der Bestellliste bis 2018. Zusammen kommen sie auf einen Listenpreis von 19 Milliarden Euro. Die Summe der nun verschobenen Investitionen wurde allerdings nicht genannt.
Steigende Treibstoffkosten und die Folgen der Schuldenkrise in Europa sind auch an den europäischen Fluglinien nicht spurlos vorüber gegangen. Die Lufthansa
hatte
vor zwei Monaten ihren Geschäftsausblick für dieses Jahr gesenkt. Erst unlängst hatte der Branchenverband IATA wegen der unsicheren Konjunkturaussichten schwierigere Zeiten für die Fluggesellschaften prognostiziert. "Deshalb müssen wir jetzt handeln, um einer weiteren Einschränkung unserer finanziellen Flexibilität, deutlich höheren Finanzierungskosten und einem möglichen Verlust des Investmentgrade-Ratings vorzubeugen", begründete Lufthansa-Chef Christoph Franz den Schritt in einer Mitarbeiterzeitung des Unternehmens.
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stuft die Bonität von Lufthansa aktuell im Investmentgrade-Bereich mit "BBB-" ein. Bei der Konkurrenzagentur Moody's liegt der Konzern mit "Ba1" einen Tick unter dem Investmentgrade-Niveau. Wegen des Nachtflugverbots in Frankfurt hatte die Lufthansa-Frachttochter Cargo bereits Investitionen von etwa einer Milliarde Euro am Frankfurter Flughafen ausgesetzt. Lufthansa Cargo hatte dort ein neues Logistikzentrum sowie ein neues Verwaltungsgebäude geplant. Frankfurt ist der siebtgrößte Luftfrachtstandort der Welt.
kst/rtr
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