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16.11.2011
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Milliardenverlust

US-Post warnt vor drohender Pleite

Verblasster Glanz: USPS-Briefmarke mit Motiv der Freiheitsstatue
AFP

Verblasster Glanz: USPS-Briefmarke mit Motiv der Freiheitsstatue

Einer der weltgrößten Arbeitgeber ist bedroht. Nach einem riesigen Jahresverlust prüft der United States Postal Service den Abbau Hunderttausender Stellen und ruft nach Staatshilfe.

Washington - Nach einem Jahresverlust von mehr als fünf Milliarden Dollar läutet die US-Post erneut die Alarmglocken. Ohne staatliche Hilfe könnte dem Unternehmen Ende des angelaufenen Geschäftsjahres das Geld ausgehen, warnte Finanzchef Joseph Corbett am Dienstag.

Die US-Post erhält für ihre Geschäfte keine Steuermittel und kämpft gegen den Siegeszug von Emails und Online-Rechnungen. Hinzu kommt die schwache Konjunktur in den USA. Ihre Postsendungen gingen im Geschäftsjahr bis Ende September um 1,7 Prozent zurück. Die operativen Umsätze schrumpften um 2,1 Prozent auf 65,7 Milliarden Dollar.

Um in die Gewinnzone zurückzukehren, sind nach Auskunft von Konzernchef Patrick Donahoe bis 2015 Einsparungen von 20 Milliarden Dollar erforderlich. Das Management prüft die Schließung Tausender Postfilialen sowie die Streichung von mehr als 220.000 der rund 550.000 Vollzeitstellen. Angestrebt wird ferner, die Postzustellung an Samstagen einzustellen.

Der United States Postal Service (USPS) geht auf Staatsgründer Benjamin Franklin zurück und zählt zu den wichtigsten öffentlichen Unternehmen der USA, muss sein Geld aber am freien Markt verdienen. Das Unternehmen beklagt seit langem, dass es weniger Freiheiten besitze als die private Konkurrenz und dringt auf die Erlaubnis zu weiteren Einschnitten. So will die US-Post am Samstag keine Briefe mehr austragen. Am wichtigsten erachtet Donahoe aber die Senkung der hohen Gesundheits- und Rentenbeiträge. Im Unterschied zu privaten Wettbewerbern wie UPS Chart zeigen oder FedEx Chart zeigen hat der Dienst einen gesetzlichen Versorgungsauftrag und muss alle Bürger beliefern. Im Gegenzug besitzt er im Briefgeschäft, ähnlich der Deutschen Post Chart zeigen, ein teilweise geschütztes Monopol.

US-Präsident Barack Obama hatte der Post angesichts der dramatischen Finanzlage bereits Aufschub bei der Zahlung von 5,5 Milliarden Dollar in einen Gesundheitsfonds für die Mitarbeiter gewährt. Sonst hätte der Jahresverlust sogar bei 10,6 Milliarden Dollar gelegen. Die Zahlung wird nun allerdings an diesem Freitag fällig. Wenn der Gesetzgeber nicht einschreite, gehe dem Postal Service letztlich wohl das Geld aus, hieß es warnend im Jahresbericht.

Die US-Post kämpft seit dem Siegeszug der E-Mail mit einem anhaltend schrumpfenden Briefgeschäft. Der gleichzeitige Anstieg beim Paketversand erwies sich zuletzt nur als Tropfen auf den heißen Stein. Hier konkurriert die Staatspost mit FedEx oder UPS. Die Post arbeitet mit Einsparungen dagegen und hat in den vergangenen zehn Jahren bereits rund 250.000 Jobs gestrichen.

ak/rtr/dpa

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