19.06.2011
Twitter GooglePlus Facebook

Sanofi-Aventis

Schmiergeldskandal um Medikamente für Nordkorea

Mit Schmiergeld-Vorwürfen konfrontiert: Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis (im Bild Mitarbeiter der Forschungsabteilung)
DPA/ Sanofi-Aventis

Mit Schmiergeld-Vorwürfen konfrontiert: Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis (im Bild Mitarbeiter der Forschungsabteilung)

Mitarbeiter des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis sollen beinahe abgelaufene Medikamente statt nach Nordkorea wieder in die Regale deutscher Apotheken geleitet haben. Laut einem Magazinbericht ist ein gemeinnütziger Verein in die Geschäfte verwickelt. Sanofi bestreitet eine Verwicklung.

Verden - Die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden ist einem möglichen Schmiergeldskandal beim Pharmakonzern Sanofi-Aventis auf der Spur. Nach einem Bericht des Hamburger Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass Mitarbeiter von Sanofi-Aventis über Jahre hinweg Medikamente, deren Verfallsdatum nahte, mit Hilfe von Bestechungsgeldern abgegeben haben. Angeblich sollte die Ware über eine Hilfsorganisation nach Nordkorea geliefert werden, tatsächlich aber landete sie nach Informationen des SPIEGEL über einen Großhändler in deutschen Apotheken.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, Marcus Röske, sagte am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa, dass 750.000 Euro an einen früheren Pharma-Manager geflossen sein sollen, der im Auftrag einer Hilfsorganisation tätig war. "Wir prüfen den Verdacht, dass es sich bei diesen Provisionszahlungen um Bestechungsgelder handelte." Eigentlich für Nordkorea bestimmte Medikamente seien teilweise wieder auf dem deutschen Markt aufgetaucht. Ob dahinter System steckt, sei noch unklar: "Das ist Gegenstand der Ermittlungen."

Ermittlungen gegen acht Beschuldigte

Nach SPIEGEL-Recherchen lieferte Sanofi-Aventis Chart zeigen allein im Jahr 2010 Medikamente im Wert von 22 Millionen Euro an den Pharmagroßhändler Multi Trade International (MTI) aus Seevetal (Kreis Harburg). Abgewickelt wurde das Geschäft über den Verein "Viva Westfalen hilft" unter Führung des ehemaligen Pharmamanagers Wolfgang Tietze. Außer gegen Tietze werde gegen sieben weitere Beschuldigte ermittelt, zumeist Mitarbeiter von Sanofi-Aventis, sagte Röske der dpa. Es gehe dabei um den Vorwurf der Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr.

Die Staatsanwaltschaft Verden hatte am Donnerstag vergangener Woche 17 Objekte in mehreren Bundesländern durchsucht, darunter die Deutschland-Zentrale des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis, aber auch Wohnungen von Pharmamanagern. Das sichergestellte Material sei noch nicht ausgewertet worden, die Beschuldigten hätten sich auch noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte Röske der dpa.

Eine Sprecherin von Sanofi-Aventis bestätigte zwar die Durchsuchungen in der Deutschland-Zentrale in Frankfurt sowie am Sitz des Vertriebs in Berlin. Die im SPIEGEL erhobenen Vorwürfe wies sie am Sonntag jedoch als falsch zurück. Das Pharmaunternehmen liefere grundsätzlich Ware, die über ein ausreichend langes Verfallsdatum verfügt, sagte sie der dpa. Die Ware, die mit 20 Prozent Rabatt zweckgebunden für Nordkorea an einen Pharmagroßhändler in Norddeutschland geliefert wurde, sei gleichzeitig zum Normalpreis an den deutschen Großhandel gegangen.

nis/dpa/apd

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

© manager magazin online 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken