Leiden/Toronto - Die EADS-Hubschraubersparte Eurocopter übernimmt den kanadischen Wartungsspezialisten Vector Aerospace, teilten beide Unternehmen am Montag mit. Die Vector-Aktionäre sollen je Anteilsschein 13 kanadische Dollar erhalten, das entspricht einem Unternehmenswert von 625 Millionen kanadischen Dollar (452 Millionen Euro). Die Aktienmehrheit haben sich die Europäer bereits gesichert.
Die EADS-Aktie
reagierte kaum auf die Nachrichten. Nach einer Handelsstunde notierte die auch im MDax
notierte Aktie an der Pariser Börse mit 0,15 Prozent im Minus bei 20,16 Euro und gehörte damit zu den schwächeren Werten im Index CAC 40
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Vector Aerospace hat sich auf die Wartung von Hubschraubern und Flugzeugtriebwerken spezialisiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Kanada und Großbritannien beschäftigt 2500 Mitarbeiter und kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von umgerechnet 400 Millionen Euro. Dies entspricht etwa einem Viertel der 1,7 Milliarden Euro, die Eurocopter selbst zuletzt im Wartungsgeschäft erlöst hatte. Neben Kanada und Großbritannien ist Vector auch stark in den USA und in Südafrika vertreten.
Bei dem Hubschrauberhersteller soll Vector künftig die Rolle eines herstellerunabhängigen Serviceanbieters übernehmen. In Wachstumsmärkten wie Asien und Lateinamerika soll das Unternehmen weiter wachsen und dabei von der weltweiten Präsenz von Eurocopter profitieren. Auch Synergieeffekte seien zu erwarten, hieß es.
Offerte liegt 15 Prozent über Schlusskurs vom Freitag
"Die Übernahme passt genau in die EADS-Strategie 'Vision 2020'", sagte EADS-Chef Louis Gallois. Demzufolge will der Konzern sein Servicegeschäft ausbauen sowie die Hubschraubersparte und - vor allem in Nordamerika - das internationale Geschäft stärken. Die Balance zwischen dem militärischen und dem zivilen Bereich soll dabei erhalten bleiben.
Mit dem Engagement in Nordamerika will sich EADS auch gegen die Schwankungen des Dollars wappnen. Flugzeuge und Hubschrauber werden in Dollar gehandelt. Weil der europäische Konzern in Euro bilanziert, muss er sonst teure Geschäfte zur Währungsabsicherung betreiben. EADS-Finanzchef Hans Peter Ring hatte Anfang März bekräftigt, in Amerika zuzukaufen. Bis zu zwei Milliarden Euro stünden dafür zur Verfügung.
Die EADS-Offerte für Vector liegt den Angaben zufolge etwa 15 Prozent über dem Schlusskurs der Vector-Aktie vom Freitag und 80 Prozent über dem Kurs vom 2. Dezember 2010. Damals hatte das kanadische Unternehmen angekündigt, dass es nach Alternativen suche, um seinen Wert für die Aktionäre zu steigern. Der Verwaltungsrat der Kanadier befürwortet die Offerte. Zudem haben Anteilseigner, die 60 Prozent der Vector-Aktien halten, zugesagt, ihre Papiere an die Europäer zu verkaufen.
mg/dpa-afx
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