Hamburg - Für Kurzstreckenflüge beschloss die Bundesregierung eine Abgabe von acht Euro, für Mittelstreckenflüge sind es 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro.
Fluggesellschaften: Die beiden größten deutschen Airlines, Lufthansa und Air Berlin, reichen die Steuer eins zu eins durch. Bei der Lufthansa sind die Buchungssysteme seit Samstag umgestellt. Die 99-Euro-Tickets inklusive aller Steuern und Gebühren will die Fluggesellschaft aber weiter anbieten.
Auch Air Berlin gibt die Mehrkosten jetzt schon nun an seine Kunden weiter. Wer also ein Ticket für einen Flug der Lufthansa oder von Air Berlin für das kommende Jahr bucht, muss entprechend der Steuer je nach Fluglänge acht, 25 oder 45 Euro mehr zahlen. Tickets für dieses Jahr gibt es weiter ohne Steuer.
Billigflieger: Auch Ryanair, Tuifly und Germanwings geben die Mehrkosten an ihre Kunden weiter. Der irische Billigflieger Ryanair verlangt die Steuer bereits seit dem 1. September. Bei Sonderangeboten hingegen - etwa Zehn-Euro-Flüge - übernimmt die Airline die Steuer. Tuifly hat seine Buchungssysteme am Dienstag umgestellt, Germanwings am Sonntagabend.
Der Billigflieger Easyjet dagegen will die Luftverkehrsabgabe nicht immer voll weitergeben. Je nach Strecke und Zeitpunkt des Fluges soll dort der Betrag unterschiedlich ausfallen oder gar nicht verlangt werden.
Reiseveranstalter: Die großen deutschen Reiseveranstalter verlangen von den Kunden nicht nur ab sofort die Luftverkehrsteuer, sondern haben weitere Extra-Gebühren angekündigt. Bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter Tui müssen die Kunden für Flugpauschalreisen demnach einen "Kostenbeitrag für die Luftverkehrssteuer" zahlen.
Für einen Kurzstreckenflug fallen dabei zehn Euro zusätzlich an, ein Mittelstreckenflug wird um 28 Euro teurer, ein Langstreckenflug verteuert sich um 50 Euro. Die im Vergleich zur Steuer höhere Abgabe begründet Tui mit den Kosten für die Umstellung der Verwaltung und Provisionen für Reisebüros.
Flugpauschalreisen des Reiseveranstalters Thomas Cook verteuern sich in gleichem Maße, lediglich die Abgabe für Kurzstreckenflüge ist mit neun Euro einen Euro billiger als bei Tui. Der Rewe-Konzern, zu dem unter anderem ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg gehören, erhebt die Steuer ebenfalls - im Endpreis ist sie allerdings nicht extra ausgewiesen.
la/afp
© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH