Von Konrad Fischer
Auch wenn das aufgrund der mächtigen Reserven deutscher Versicherungen kurzfristig kein Problem darstellt, geht die Allianz offenbar davon aus, dass sich an der Situation auch in einem längeren Horizont nichts ändern wird - und schichtet um. Raus aus Staatsanleihen, rein in Immobilien.
Da die Allianz sich vorgenommen hat, ihre Marktanteile an Lebensversicherungen zu erhöhen, steht sie unter besonderem Druck, nicht bloß die gesetzlich vorgeschriebenen, sondern darüber hinaus attraktive Überschussbeteiligungen anzubieten.
Der Wechsel zu attraktiveren Anlageklassen macht vor diesem Hintergrund durchaus Sinn. Doch er ist alles andere als risikolos. Denn auch wenn viele Ökonomen steigende Immobilienpreise voraussagen, so gibt es auf der anderen Seite auch eine durchaus prominente Fraktion, welche das momentane Preisniveau noch um bis zu 30 Prozent über seinem fundamentalen Niveau ansiedelt.
Einkaufszentren im Fokus
Welches Szenario auch immer eintreten mag, Allianz-Mann Deger sieht die Versicherung mit ihrer Strategie auf der sicheren Seite: "Wir investieren nicht kurzfristig in Immobilienfonds, sondern setzen auf einzelne Großobjekte, die wir unabhängig von der gesamten Immobilienkonjunktur als attraktiv betrachten."
Dazu zählt die Allianz zurzeit vor allem Einkaufszentren und große Bürokomplexe in den Toplagen europäischer Großstädte. Entsprechend haben die Münchener bereits Einkaufszentren in Budapest und Paris erworben, weitere vergleichbare Immobilien sollen folgen. Ob sich das am Ende für die Versicherung lohnt, ist zwar fraglich - für Immobilienbesitzer ist es aber in jedem Fall eine gute Nachricht.
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