Essen - Der Weg für Karstadt-Investor Berggruen ist frei. Der deutsch-amerikanische Unternehmer hat den Gläubigern des Karstadt-Vermieters Highstreet die geforderten Mietsenkungen abgerungen. Nach der grundsätzlichen Einigung am Donnerstag hatten lediglich noch einige Unterschriften gefehlt, sie seien inzwischen aber geleistet, teilte Highstreet am Freitag mit. Karstadt hat jetzt die Chance, als eigenständiges Kaufhausunternehmen einen Neustart zu beginnen.
Es wird erwartet, dass das Essener Amtsgericht nun in einem nächsten Schritt den Insolvenzplan für die Karstadt-Rettung absegnet. Das Amtsgericht Essen will nach Angaben eines Sprechers um 14 Uhr seinen Entscheid über die Annahme des Insolvenzplans verkünden.
Berggruen hatte Mietsenkungen zur Bedingung für seinen Einstieg bei Karstadt gemacht. Die Gläubiger des Vermieterkonsortiums Highstreet hatten niedrigeren Mieten nach monatelangen Verhandlungen am Donnerstag grundsätzlich zugestimmt, es hatten jedoch am Freitag zunächst noch Unterschriften gefehlt, damit die Verträge auch tatsächlich in Kraft treten können.
"Highstreet hat mehr als jeder andere Gläubiger dazu beigetragen, einen soliden Neustart von Karstadt zu ermöglichen", erklärten die Vermieter. "Nun ist Herr Berggruen in der Pflicht, Kapital und Ressourcen einzusetzen und zu beweisen, wie sein Plan für Karstadt gelingen kann."
Zuvor hatte der italienische Kaufhausunternehmer Maurizio Borletti, der Berggruen Karstadt in letzter Minute entwinden wollte, seine Bemühungen aufgegeben: "Wir wünschen Karstadt und den Mitarbeitern für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass das Unternehmen langfristig wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrt", teilte Borletti mit. "Ich bin überzeugt davon, dass das Warenhaus in Deutschland und Europa eine gute Zukunft hat." Borletti betreibt die Kaufhausketten "La Rinascente" in Italien und "Printemps" in Frankreich und hatte eine Zusammenarbeit mit Karstadt.
kst/dpa-afx
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