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03.09.2010
 

Golf von Mexiko

Arbeiter überleben Bohrinselunglück

US-Küstenwachenschiff Cutter Decisive (im August): Ausrücken zum Noteinsatz
AFP

US-Küstenwachenschiff Cutter Decisive (im August): Ausrücken zum Noteinsatz

Erst die "Deepwater Horizon" von BP, jetzt eine Plattform westlich davon: Erneut stand im Golf von Mexiko eine Bohrinsel in Flammen. Alle 13 Arbeiter retteten sich ins Meer. Berichte über einen Ölschleier wurden von der US-Küstenwache zurückgenommen.

Louisiana - Im Golf von Mexiko hat es erneut einen Brand auf einer Erdölplattform gegeben. Nach Angaben der US-Küstenwache sind alle 13 Arbeiter inzwischen Sicherheit. Einer von ihnen soll verletzt sein.

Das Unglück ereignete sich laut Küstenwache rund 140 Kilometer südlich von der Küste des US-Staates Louisiana. Das Ölfeld "Vermillion 380" liegt rund 320 Kilometer westlich der Stelle, an der am 20. April die Bohrinsel "Deepwater Horizon" von BP explodiert war.

Ein Hubschrauber hatte das Gebiet am Morgen überflogen und den Unfall gemeldet. Sofort machten sich Schiffe, Flugzeuge und Helikopter auf den Weg zur Unglücksstelle. In übereinstimmenden Agenturmeldungen war zunächst von einer Explosion auf der Plattform die Rede gewesen. Am späten Donnerstagabend sagte dagegen ein Sprecher des Betreiberunternehmens Mariner Energy der Nachrichtenagentur Reuters, es habe sich lediglich um einen Brand gehandelt. Dieser sei nach mehreren Stunden gelöscht gewesen.

Das Feuer sei wohl in oder nahe der Wohnquartiere auf dem Oberdeck ausgebrochen und auf die oberen zwei Decks begrenzt gewesen. "Die Anlage steht noch", sagte der Sprecher und kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

Nach Angaben der Küstenwache traf als erstes ein Versorgungsschiff nahe der Plattform ein. "Dort trieben alle 13 Arbeiter im Wasser. Sie hatten Schutzanzüge an, und wir können bestätigen, dass inzwischen alle in Sicherheit sind", sagte Küstenwachen-Sprecher John Edwards. Über die Schwere der Verletzung bei einem der Arbeiter konnte er keine Angaben machen.

Die Männer sollten zunächst zu einer nahegelegenen Förderstation gebracht und anschließend ins Krankenhaus nach Houma geflogen werden.

Laut Küstenwache kein Ölschleier im Meer

Zunächst hatte die US-Küstenwache außerdem angegeben, in der Nähe der Plattform sei ein etwa 1,5 Kilometer langer und 30 Meter breiter Ölschleier entdeckt worden. Diese Meldung wurde jedoch später zurückgenommen. Die Mannschaften vor Ort hätten keinen Ölfilm finden könne, sagte Küstenwachen-Sprecherin Cheri Ben-Iesau.

Der Betreiber hatte schon vorher angeben, es bestünden derzeit keine Anzeichen für eine Umweltverschmutzung. Mitarbeiter hätten bei einem ersten Flug über die Unglücksstelle kein auslaufendes Öl gesichtet, sagte ein Sprecher von Mariner Energy dem US-Fernsehsender CNN.

Die Plattform befindet sich in etwa 100 Meter tiefem Wasser und damit in weit weniger tiefen Gewässern als die "Deepwater Horizon", bei der es rund 1500 Meter hinunter bis zum Meeresboden ging.

Offenbar doch Ölförderung zum Unglückszeitpunkt

Entgegen anderslautenden ersten Meldungen wurde nach Angaben der Behörde für Heimatschutz auf der Plattform zum Zeitpunkt des Unglücks doch produziert. Die Plattform förderte demzufolge rund 225.000 Liter Öl und 25.000 Kubikmeter Erdgas am Tag. Zuerst hatte es geheißen, auf der Plattform seien lediglich Wartungsarbeiten durchgeführt worden.

Das Unternehmen Mariner Energy ist vor allem im Golf von Mexiko tätig. Die in dem betreffenden Ölfeld "Vermillion 380" lagernde Menge an Rohöl wurde Ende 2009 auf 940 Milliarden Liter taxiert.

Die Ölbranche ist eng verwoben: Mariner wird gerade in einem 2,7 Milliarden Dollar schweren Geschäft vom Rivalen Apache geschluckt. Der US-Förderer Apache wiederum hat auch BP mehrere Öl- und Gasfelder für 7 Milliarden Dollar abgekauft. Mit dem Geld bezahlt der britische Konzern die Schäden der Ölpest, die als bislang schwerste in der Geschichte der USA gilt.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Das Leck in rund 1500 Meter Tiefe konnte erst Ende Juli abgedichtet werden. Insgesamt liefen rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer.

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