Von Wolfgang Hirn
mm: Warum gerade Leipzig?
Beiersdorfer: Wir haben uns mit voller Überzeugung für Leipzig entschieden. Der Osten Deutschlands ist derzeit in der Bundesliga nicht vertreten, hat also großes Entwicklungspotenzial. Außerdem ist Leipzig eine Stadt mit einer großen Fußballkultur und -tradition.
mm: Es geht Ihnen und Red Bull aber nicht nur darum, die Fußball-Diaspora Ostdeutschland zu missionieren, sondern sicher auch um wirtschaftliche Interessen?
Beiersdorfer: Klar. Deutschland ist einer unser wichtigsten Märkte. Da müssen wir auch fußballerisch Flagge zeigen. Dasselbe gilt für die USA, wo wir rund ein Drittel unseres Umsatzes machen. Der Soccer in den USA entwickelt sich stark, diese Chance haben wir genutzt und 2006 das MLS-Franchise der New York Metrostars erworben. Jetzt spielen wir mit unseren New York Red Bulls in einem neu gebauten Stadion und haben den französischen Stürmerstar Thierry Henry sowie den mexikanischen Teamspieler Rafael Marquez engagiert. Außerdem haben wir - und das wird oft übersehen - uns sehr stark in der Jugendförderung engagiert. Wir betreiben eine Akademie und richten "Clinics" ein sowie Fußballschulen, in welchen mehr als 40 Coaches arbeiten.
mm: Aber Soccer ist doch drüben nur eine Randsportart...
Beiersdorfer: Das sehe ich anders. Soccer ist in den Vereinigten Staaten kurz davor, in die Phalanx der dortigen vier Top-Sportarten Baseball, Basketball, Eishockey und Football einzubrechen. Und dann sind wir mit den New York Red Bulls dabei.
mm: Lassen sich denn Erfolge im Fußball - egal ob in den USA oder in Deutschland - so einfach planen wie der Absatz von Red-Bull-Dosen?
Beiersdorfer: Auch der weltweite Absatz von Red Bull brauchte seine Zeit - wie auch die Entwicklung von Clubs und Akademien. Doch Fußball ist zum Teil schon planbar. Das versuchen wir ja gerade in Leipzig, wo der Verein zielgerichtet und organisch wachsen soll. Aber: Mit angemessenem Einsatz finanzieller Mittel. Und wir wollen dort auch heimischen Nachwuchs fördern. Wichtig ist deshalb eine gute Infrastruktur in und um den Verein, und die sind wir dabei zu schaffen.
mm: Und wann soll Leipzig planmäßig in der Bundesliga spielen?
Beiersdorfer: Ich hoffe in vier bis sechs Jahren.
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