Von Wolfgang Hirn
mm: Sie waren lange Zeit Manager beim Hamburger Sport-Verein. Jetzt sind Sie im Red-Bull-Konzern unter anderem für die Vereine in Leipzig und Salzburg zuständig. Ein Abstieg?
Beiersdorfer: Nein. Ich war sieben Jahre beim Hamburger SV, zu dem ich noch eine emotionale Bindung habe. Zu einem anderen Verein in der Bundesliga wechseln, wollte ich deshalb nicht.
mm: Warum sind Sie in Salzburg gelandet?
Beiersdorfer: Über einen gemeinsamen Bekannten hat Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz bei mir anfragen lassen, ob wir uns mal unterhalten könnten. Unser erstes Gespräch dauerte rund fünf Stunden und war sehr interessant. Ich war von Mateschitz sehr beeindruckt, wie er redet, und welche Werte er vertritt. Danach haben wir uns noch zweimal getroffen, um meinen möglichen Job zu diskutieren und zu definieren.
mm: Ihr schöner Titel heißt "Head of Global Soccer". Da kann ja Fifa-Präsident Joseph Blatter neidisch werden. Was macht aber ein Head of Global Soccer?
Beiersdorfer: Er koordiniert alle Fußball-Aktivitäten des Red-Bull-Konzerns. Das sind fünf Projekte auf den drei Kontinenten Afrika, Amerika und Europa. Ich bin in alle Projekte involviert, muss also viel reisen. Mein Tätigkeitsfeld ist deshalb viel umfangreicher als das beim HSV. Allerdings empfinde ich meine Freiheiten, medial gesehen, hier höher als beim HSV.
mm: Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz redet Ihnen nicht rein?
Beiersdorfer: Ich berichte direkt an ihn. Aber im Rahmen unserer Zielvorgaben bin ich autonom.
mm: Was sind denn die fußballerischen Ziele von Red Bull?
Beiersdorfer: Red Bull Salzburg soll natürlich Meister in Österreich werden und sich auch international etablieren...
mm: ...Was ihnen nach dem Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation vergangener Woche gegen Hapoel Tel Aviv wieder einmal nicht gelungen ist...
Beiersdorfer: Auch in der Europa League kann man sich international etablieren, aber natürlich hätten wir die Champions League sehr gerne erreicht. Parallel dazu wollen wir in den nächsten Jahren auch Leipzig aufbauen. Dort ist RB Leipzig gerade in die vierte Liga aufgestiegen. Ziel ist die Bundesliga und irgendwann vielleicht die Champions League.
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