Finanziell ist der Rahmen für die nächsten Jahre abgesteckt - umso größer ist der Druck, der auf Trainer und Mannschaft lastet. In fünf bis sieben Jahren soll das Team in der Bundesliga spielen. Als haushoher Favorit gilt das Team in der laufenden Viertligasaison - und hat vielleicht auch deshalb zunächst verkrampft.
Nicht eben motivierend dürfte die Degradierung von Trainers Tino Vogel wirken, der die Mannschaft in der vergangenen Saison zum Aufstieg führte und nun die A-Jugend anleitet. Wer schnell nach oben will, braucht eben ständig neue, bessere Leute.
Mit dem Fußballgeschäft, wie es in Deutschland Tradition hat, hat der als raketenartiger Steilflug geplante Aufstieg der Leipziger wenig zu tun. Zwar haben beispielsweise die Teams von Leverkusen (Bayer
) und Wolfsburg (Volkswagen
) ebenfalls eine große Nähe zu Konzernen; die TSG Hoffenheim hat mit SAP-Gründer Dietmar Hopp auch einen Milliardär im Rücken.
Sie alle sind jedoch stark regional verwurzelt. Für Red Bull werde es extrem wichtig, in Leipzig diesen regionalen Bezug herzustellen, ist ein Kenner der Profisportszene überzeugt. Mit wachsendem Erfolg würden zunächst die Zuschauerzahlen deutlich steigen.
Doch der Weg dorthin scheint länger als erwartet. "Erfolg kann man nicht genau planen", weiß auch Red Bulls Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer. Er steuert die Aktivitäten auf den vier Kontinenten, auf denen der Konzern fußballerisch aktiv ist.
Im Idealfall sollen sich die Standorte perfekt ergänzen. In Ghana und Brasilien fahnden Red-Bull-Leute nach großen Talenten, die beim österreichischen Top-Club Red Bull Salzburg zusammen mit heimischen Nachwuchskräften europäische Profi-Luft schnuppern. Die besten schaffen es dann in das Leipziger Team, und somit in die Champions League. Ältere Superstars treten in den Dienst von Red Bull New York, wie jüngst Frankreichs Nationalspieler Thierry Henry.
Gegen eine solche weltweite Sportfabrik laufen große Teile der etablierten Fußballwelt erwartungsgemäß Sturm. Die Traditionsvereine müssten ein Gegengewicht zu den "Geldmaschinen" wie RB Leipzig schaffen, sagte der Chef von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, jüngst dem "Kicker". "Sonst geht die Bundesliga kaputt."
Red Bull selbst stapelt mit Blick auf derartige Anwürfe lieber tief. Was Bayern in 45 Jahren aufgebaut habe, könne in Sachsen sicher nicht in wenigen Jahren entstehen, sagt Beiersdorfer. "Leipzig dauert noch."
Red Bull: Wie ein Sportkonzern die Fußballwelt aufmischt
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