Berlin - Schlechte Aussichten für die Fans von 100 Prozent Baumwolle: Die Kleidung könnte aufgrund der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten demnächst teurer werden. Ändere sich die Lage nicht und bleiben die Baumwollpreise auf dem aktuellen Niveau, müssen Verbraucher im kommenden Jahr mit Preissteigerungen von bis zu fünf Prozent rechnen, sagte der Präsident des Gesamtverbandes Textil + Mode, Heinz Horn, der "Berliner Zeitung" (Samstag).
Hintergrund ist die hohe Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern, verschlimmert durch die Flut im Produktionsland Pakistan. Der Baumwollpreis war zuletzt innerhalb eines Monats um 15 Prozent nach oben geschnellt. Allerdings würden einige Hersteller die Preisanstiege wohl selbst auffangen und nicht an die Kunden weiterreichen.
Engpässe seien hingegen nicht zu erwarten, sagte Horn. Die Branche stelle nämlich immer stärker auf Kunstfasern um, da bei der Verarbeitung von Baumwolle viel Wasser verbraucht würde. "Da ist die Verarbeitung von einigen Kunstfasern wesentlich Ressourcen- Schonender", sagte der Verbandschef. Das aktuelle Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erhalte zum Beispiel kein Gramm Baumwolle mehr.
rei/dpa
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